Die „selbstgemachte“ Kuta-Tempel-Tour

Planen und Buchen
Das Buchen einer solchen Tour ist gar nicht so schwer. Man schaut sich einfach ein wenig an den Infostaenden in Kuta um und mietet sich dann ein Auto (samt Fahrer) fuer einen halben oder gesamten Tag. Ein halber Tag sollte in unserem Falle reichen, denn auf dem Tagesplan standen lediglich 2 Tempel, die sich wirklich interessant anhoerten und obendrein auch nicht besonders weit von Kuta entfernt lagen: 1. Tanah Lot, 2. Uluwatu.
Der Trip wurde einen Tag vorher ausgehandelt, gebucht und eine Anzahlung getaetigt. Am kommenden Tag sollten wir vom Fahrer um 9.00h am Hotel abgeholt werden und unsere Rundreise starten. Leichter gesagt als getan: Nach einer ewigen und sinnlosen Diskussion ueber den am Vortag ausgehandelten Preis, starteten wir schlussendlich um 10.00h. Allesamt ein wenig genervt … Allerdings konnte der Fahrer am wenigsten fuer die Missverstaendnisse. Er war eben nur der Fahrer und tat uns fast schon leid.

Uluwatu
Die Fahrt zum Uluwatu Tempel war recht gediegen. Komischerweise sieht man waehrend der Fahrt kaum etwas von der balinesischen Landschaft. Die Hauptstrassen auf der Insel sind allesamt von einer Haeuserreihe kilometerweit umsaeumt – exakt eine Hausreihe, dahinter folgen die Felder und Waelder … und leider gibt es noch keine Glashaeuser! Ausser dem heftigen Verkehr auf den Strassen, gab es recht wenig zu bestaunen. In nicht einmal einer Stunde erreichten wir den Tempelkomplex Uluwatu. Mitten auf einer Klippe stehen die Tempel- und Klosteranlagen. Es erscheint fast schon irreal, wenn man dort oben auf das Meer, die Brandung und die hohen Wellen schaut. Der heiligste Innere des Tempelkomplexes blieb uns jedoch verschlossen. Touristen haben hier leider keinen Zutritt. Dennoch lohnt sich ein Ausflug hierher. Denn die umliegenden Klippen lassen sich ohne weiteres erkunden und sorgen so fuer unvergessliche Bilder.
In Uluwatu erlebt ein wenig die Urspruenglichkeit der Tempelanlagen. Vom grossangelegten Massentourismus merkt man zum Glueck reichlich wenig (Vielleicht eher bei Sonnenuntergang?!) Auch von aufdringlichen Souvenierverkaeufern wurden wir zu dieser Tageszeit weitestgehend verschont. Jedoch sollte man sich vor den Affen (indonesische Makacken) in acht nehmen … die chronisch kleptomanischen Viecher koennen einem sicherlich schnell den Nerv rauben, wenn man sich zu sehr auf sie einlaesst. Uns hingegen liessen sie links liegen. Wahrscheinlich auch, weil wir kein „Futter“ fuer sie dabei hatten :)

Tanah Lot
Der Tempel im Meer. Uns war dieser Tempel vor allem durch die vielen Postkartenmotive bekannt. „Da muessen wir hin! Sowas imposantes gibt es nur einmal!“
Und in der Tat, sowas gibt es nur einmal … Bei halber Ebbe erreichten wir den Tempel. Der Ueberweg zum Tempel war also noch sichtbar und Touristen stroemten bereits auf die flachen Felsen der nahegelegenen Brandung. Urlaubsfoto, mit dem Tempel im Nacken, von rechts rauscht das Meer heran … Wer kennt sie nicht, solch kitschige Urlaubserrinnerungen?! Nun sind wir hier und geniessen auch dieses Schauspiel. Auch diese Tempelanlagen sind fuer den Ottonormalbesucher tabu. Aber dies ist nicht weiter tragisch, da sich von den umliegenden Felsen, Klippen und sonstigen „View Points“, sehr schoene Blicke auf den Tempel (der uebrigends viel kleiner als auf den Postkarten erscheint) ergeben. Ein weiteres Highlight ist ein angrenzender Park, der den Blick in die naechste Bucht freigibt … Die Landschaft, die Klippen und das Meer stohlen dem Tempel fast die Show.
Richtig voll wird es hier sicherlich erst gegen Abend. Postkartenmotive zeigen den Tempel im Sonnenuntergang. Dementsprechend viele Touristen moechten dies natuerlich hautnah miterleben – anders kann man sich die gross angelegten Restaurants (mit bestem Meeresblick) nicht erklaeren. Gegen Mittag traf man hier auf gaehnende Leere. Auch die unzaehligen Souveniershops liefen momentan auf Sparflamme. Aber wahrscheinlich war genau dies nur die Ruhe vor dem Sturm!

Wahrscheinlich haben wir heute nur glueck gehabt und konnten desshalb die Tempel in vollen Zuegen geniessen… Wenn es jedoch jedesmal gegen Mittag so aussieht, dann ist dies auf jeden Fall einen Halbtagesausflug wert. 5 Stunden waren wir insgesamt unterwegs und bezahlten rund 250.000 Rp. (rund 16 Euro) fuer das Auto, was in diesem Falle durch 3 Personen geteilt wurde. Die Kommissionen und Parkgebuehren fuer die Tempel sind nicht weiter erwaehnenswert und blieben im Centberreich. Alles in Allem also eine schoene Abwechslung gegenueber dem ueberlaufenen „Kulturschock“ Kutabeach!

Was macht man eigentlich in Kuta?

Die Uniformitaet der Strandschnepfen
Als erstes Ziel in Bali entschieden wir uns fuer Kuta. „Da is was los! Da musst du hin!“ – so hiess es. So buchten wir auch die Tour von Jogja nach Denpasar +Zwischenstopp auf dem Mount Bromo. Ansich ein guter Plan, wenn nicht Kuta waere …

Ich verstehe es nicht so ganz, dass Bali (vor allem auch Kuta!!!) in gleichem Atemzuge mit den Malediven, Bahamas und was weiss ich nicht alles genannt wird, wenn es um Traumdestinationen dieser Welt geht. Vor allem Kuta ist unserer Meinung nach alles andere als eine Traumdestination dieser Welt! Kuta, eine boomende indonesische Stadt, vollkommen in der Hand des Tourismus. Neben Dolce & Gabanna, Gucci und Prada dominieren hier die „Surfer-Brands“. In aehnlich luxurioes ausgestatteten Filialen wird hier alles angeboten, was das westliche Surferherz hoeher schlagen laesst. Und Surfen wird hier in Kuta allemal gross geschrieben. Naja, was heisst hier eigentlich surfen?! … es reicht eigentlich, wenn man ein Brett unter dem Arm traegt um „cool“ zu sein.
Dennoch: Die Wellen am Kutabeach sind ohne Zweifel perfekt zum Wellenreiten. So tummeln sich in den Wellen des Kutabeach sowohl Anfaenger, als auch Fortgeschrittene … seltener mal ein Star der Szene. Aber sind wir nicht alle Surfer? „Aber klar doch!“ – Solange wir eine ueberlange Surfershorts auf halb acht haengen haben, blondierte, lange Haare unser eigen nennen koennen, eine verpilzte Cap in 120 Grad nach hinten aufsetzen und in der einen Hand das Board und in der anderen ein Bier halten koennen, dann haben wir die Aufnahmepruefung schon fast geschafft!

Aber Moment, da fehlen doch noch die „Surfer Chicks“ … Um in Kuta (Leute, ich denke mir das wirklich nicht aus) auch die letzten Klischees zu bedienen, muessen wir ja noch die Blondchen vom Grill (Strand) holen! Entweder bringt man dem Maedel seiner Wahl (die ueblichen Stereotypen bevorzugt) das Surfen bei, oder graebt sie direkt auf einer der unzaehligen, naechtlichen Parties an. Denn dafuer steht Kuta auch mit seinem Namen: Das „exzellente“ Nachtleben.
Die „Clubs“ sehen allesamt wirklich schick aus – keine Frage. Allerdings haben diese Geldmaschinen leider nicht viel zu bieten. Gross angepriesene Djs der elektronischen Musik, entpuppen sich allzuoft als Mogelpackung aus Uebersee und daempfen mit schlechtem Taktgefuehl die Partylaune. Aber wahrscheinlich waren wir einfach nicht betrunken genug … Kommt man zu guter letzt doch noch in Stimmung (was man nicht alles tut, um wirklich neutral berichten zu koennen :D), so macht der Laden auch schon wieder zu – Ab 3.00h ist hier meistens schon zappe!

Fazit
Eine Surferstadt ohne Gleichen, leider auch mit all ihren Klischees. Ein sehr sehr junges Publikum, viel Alkohol, viel Verkehr in den engen Gassen, penetrant wirkende Taxifahrer und Souvenirverkaeufer, die einem echt schon leid tun koennen … Das ist Kuta! Wer nicht ein absoluter hardcore Surfer ist und immer nach der besten Welle sucht, oder eben doch nur den primitiven Spass bevorzugt, der ist hier Kuta herzlich willkommen …
Bleibt nur noch eine Frage zu klaeren: Warum waren wir so lange dort? Ich glaube das schoene Hotel, der schoene Pool im Garten, die Bekanntschaften aus dem Bus aus Jogja und schlussendlich der Geburtstag von Marco sind daran schuld … Aber rechtfertigen muss man sich wirklich nicht – wir hatten einfach Spass. Eben auf unsere Art und Weise!
Ach ja, wer hier das Surfen lernen moechte, der sollte sich schon einmal auf rund 15 US Dollar fuer 2 Lernstunden einstellen :D

Sind wir schon da???

Von Jogjakarta nach Bali
Wer von Jogjakarta nach Bali mit dem Bus moechte, braucht Ausdauer, Sitzfleisch und gute Nerven … Gott sei Dank entschieden wir uns fuer die Variante mit Zwischenstopp beim Gunung Bromo, sonst waere der Gluteus maximus wohl vollends verkuemmert!
Um 9 Uhr morgens ging es los, per Minibus, und gefuehlte 100 Stunden, tatsaechliche 12 Stunden spaeter kamen wir ihm kuehlen Sukapura, etwa 20 min vom 2392 Meter hohen Bromo entfernt, an. Haetten wir nicht das Glueck gehabt uns den Minibus mit 5 lustigen und netten Menschen (3 Kanadier und ein deutsch-peruanisches Paerchen) teilen zu koennen, waere der Tag wohl vollends vetschwendete Zeit gewesen. Doch so haben wir ein paar netten Bekanntschaften geschlossen und eine gute Unterhaltung beim Abendessen gefuehrt, bevor wir alle ziemlich kaputt zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett gefallen sind …

Der Aufstieg
Doch schon 4 Stunden spaeter hat ein scheinbar Verrueckter mit seiner „lieblichen“ Stimme nach uns gerufen und wie bekloppt an alle Tueren gehaemmert! Erschrocken und verwirrt aus dem Schlaf gerissen ist uns wieder eingefallen, dass wir ja den Sonnenaufgang ueber der Vulkanlandschaft sehen wollten. Warum auch immer … Das Bett war gerade so bequem … Wenigstens wurden wir mit einem Jeep zur Aussichtsplattform chauffiert, denn laufen waere um diese Uhrzeit einfach absolut unmoeglich gewesen.
Oben angekommen wurde uns bewusst, dass wir wohl den unguenstigsten Tag fuer diesen Ausflug ausgesucht hatten: Sonntag! Hunderte von Indonesiern beim Wochenendfamilienausflug hatten bereits die besten Plaetze ergattert, was uns die Sicht „etwas“ erschwerte. Doch da wir als Touristen fuer sie teilweise interessanter zu sein schienen als der Sonnenaufgang, konnte der Eine einen Platz in erster Reihe ergattern, waehrend der Andere sich als Attraktion fotografieren liess.

Der Sonnenaufgang selbst war ehrlich gesagt auch garnicht so spannend. Viel beeindruckender war die fast unwirkliche, mondaehnliche Kraterlandschaft, in der sich der dampfende Mount Bromo und der rauchspuckende Mount Semeru mit aufgehender Sonne immer deutlicher zeigten.
Was von weitem schon faszinierend aussah, sollten wir als naechstes aus naechster Naehe betrachten koennen. Ueber den staubigen „Sand Sea“ ging es per Jeep sozusagen direkt vor die Haustuer des Vulkans, wo bereits zig Javanesen mit Pferden auf uns warteten, wenn nicht sogar direkt auf den Jeep aufsprangen, um der ersten zu sein, der uns den Weg nach oben erleichtert – und das fuer nur einige 1000 Rupies. Aber da wir ja jung und vital sind (dachten wir zumindest!) gingen wir natuerlich zu Fuss. Wer schon mal versucht hat am Strand zu joggen kann sich vielleicht in etwa vorstellen, wie sich das in einem „Sand Sea“ anfuehlt. Und dazu noch bergauf!!! Auch die Entfernung stellte sich als nicht ganz so kurz herraus, wie sie aussah. Ohne jeglichen Anhaltspunkt, sei es ein Baum oder ein Haus, verliert man jegliches Gefuehl fuer Raum und Zeit. Nach weiteren 300 Stufen konnten wir dann endlich einen Blick in den Krater werfen und die Muehe hatte sich gelohnt!

Ab nach Bali
Nach kurzer Verschnaufpause im Hotel und einem Fruehstueck, ging es auch schon direkt weiter Richtung Bali. Erneute 100 gefuehlte Stunden spaeter hatten wir die Faehre erreicht. Was haette ich nur dafuer gegeben weitere 100 Stunden Bus zu fahren, nachdem ich gesehen habe, wie sich die Faehre vor uns durch die meterhohen Wellen gekaempft hat (wahnsinn, was fuer eine Schraeglage eine Autofaehre haben kann)! Wir konnten uns also auf ein schaukeliges naechstes Stuendchen einstellen … Wie froh war ich als wir wieder Land unter den Fuessen hatten! jetzt waren wir zwar auf Bali, aber noch lange nicht da. Es folgte eine weitere, ewige Busfahrt bis Denpaser. Von dort aus eine zusaetzliche Taxifahrt bis Kuta. Dort verbrachten wir nochmal etwa eine Stunde damit ein Zimmer zu suchen!
Aber auch diese Huerde nahmen wir, die bereits erprobten Traveller („hust!“) ohne Probleme … Ok, dieses Mal dauerte die Hotelsuche ein wenig laenger und ziemlich genervt sind wir in ein Hotel leicht oberhalb unseres Budgets gelandet (die superguenstigen Absteigen, waren leider alle schon voll) – dafuer haben wir ein Hotelpool (in dem sich schon mittags die besoffenen Englaender tummeln) und Roomservice (der taeglich stetig frisch, Bettwaesche und Handtuecher mit Flecken bringt)!

Jogja die Zweite …

Sultan’s Palace
Natuerlich gibt es in Jogja weit mehr zu sehen, als die kleinen Gassen, im Kuenstlerviertel der Stadt. So begaben wir uns ein wenig aus Fightseeing-Tour und besuchten erst einmal den Sultanspalast. Gleich zu Anfang faellt auf, dass hier nicht wirklich geprotzt wird. Die Einrichtungen und die Empfangshoefe sehen alle ein klein wenig mitgenommen aus – eine kleine Renovieraktion koennte also nicht schaden. Allerdings wurde auch der Palast vor einem Jahr von einem Erdbeben stark zerruettet, Risse in den Waenden zeugen heute immer noch von der Naturgewalt.
Ja, und sehr viel mehr gab es im Grunde auch nicht zu sehen: Die Hoefe und Gebaeude fuer Staatsempfaenge und Ehrengaeste, kleine Pavillons in denen Gewaender ausgestellt waren … das war’s! Dabei gaebe es doch noch soooo viel zu entdecken, schliesslich leben auf dem Palastgelaende rund 25.000 Menschen. Bedienstete, ehemalige Bedienstete, Angehoerige der Sultanfamilien etc.. Denn stand man einmal im Dienste des Sultans, so braucht man sich um seinen Lebensabend keine Gedanken mehr zu machen. Die Unterkuenfte sind in der Regel auf Lebzeiten umsonst und das Einkommen (sowie alle Ausgaben innerhalb des „Palastdorfes“) absolut steuerfrei! So laesst sich’s natuerlich leben … Da kann man als Besucher auch einmal ueber kaputte Waende in den Empfangshallen hinwegsehen :)

Water Castle
Ein weiteres Highlight in Jogja, ist das Areal des alten, und auch schon laengst zu Ruinen zerfallene Water Castle. Nicht weit vom Palast entfernt gelangt man durch schmale Gassen in ein kleines Stadtviertel, dass wohl auch Bedienstete des Sultans unterbringt. Das Besondere an diesem Viertel ist, dass es die Ruinen des Water Castle beherbergt.
Einer der Locals („no money, no money – i work for the sultan!“) fuehrte uns durch die alten Gassen und zeigte uns die Highlights dieser Gegend. Je tiefer wir durch die engen Wege in das Viertel eintauchten, desto schoener und urspruenglicher wurde es. Hinter jeder Strassenecke gab es etwas Neues zu entdecken … Alte Ruinen, Tempel, Moscheen … wie eine Reise in eine andere Zeit. Vor allem war es still! Kein Motorenlaerm, keine Mopeds um uns herum – einfach erholsam!
Unser Guide fuehrte uns ueberall herum, konnte uns zu jedem Stein etwas erzaehlen und war sichtbar stolz hier zu wohnen. Sein Enthusiasmus war ungeschlagen und unsere Begeisterung fuer das alte Stadtviertel geweckt. Einer der Highlights war die ehemalige Badeanstalt des Sultans, in dem nur Frauen Zutritt hatten. Der Sultan konnte jedoch die Pools von einem kleinen Tuermchen aus ungestoert beobachten, um sich so seine naechste Gattin auszusuchen … Auf diese Weise kommt man hier eben auf rund 20 Frauen ;)

Ich weiss nicht mehr, wie lange wir in dieser Gegend unterwegs waren, aber die Sonne ging schon langsam unter, als wir noch einmal von den Burgruinen ueber die ganze Stadt schauten. Unserem Guide war nach dem schoenen Trip wirklich nicht zu veruebeln, dass er uns in ein Batik-Kunst-Shop „seines Bruders“ schleppen wollte – Jogja ist im fuer seine Batikkunst weltbekannt – Allerdings war mit uns leider kein Geschaeft zu machen.

Fazit
Der Stadttrip in das Water Castle ist sehr zu empfehlen. Man muss wirklich nur ein wenig durch die alten Gassen schlendern und sich von der Stimmung mitreissen lassen – So kommt hier jeder auf seine Kosten. Der Palast (mit Fuehrung fuer rund 3000Rp. – 20Eurocent) ist nicht wirklich sehenswert, aber die Informationen des Guides machen all das wieder wett.
Nun lassen wir aber mal wieder ein paar Bilder sprechen:

Borobudur und Brambanan.

Der Doppelpack im Morgengrauen
Was sich zunaechst wie zwei feurige, orientalische Gewuerzmischungen anhoert, entpuppt sich schlussendlich zu zwei wunderschoenen Tempelanlagen auf Java! „DIE“ Tempel auf Java … Gelistet als Nummer 592 und 642 der „World Heritage List“, waere man als Touri doch wirklich bloede, wenn man sich „DIE“ Tempel entgehen lassen wuerde … Koste es was es wolle!!! – In diesem Falle unseren Schlaf … denn schon um 5:00h stand unser Fahrer, mit einem breiten Grinsen wartend vor der Tuer.

Borobudur
In einem nagelneuen Minivan ging es zur ersten Attraktion des Tages – aber HALT! „Vulcano – Sunrise! Look! Look!“, rief unser Fahrer und stand auf der Bremse. Und in der Tat sahen wir einen wunderschoenen Sonnenaufgang im Morgennebel und Vulkankullisse – DAS hat man wirklich nicht oft. Ein paar Fotos spaeter gings auch schon weiter.
Bei Borobudur angekommen, erinnert uns die gesamte Szenerie ein wenig an die alten Tempel von Ankor: Der Eingang zum Tempel Borobudur war von Souvenirshops belagert und der Eintrittspreis sucht in Indonesien seines Gleichen! 11 US-Dollar muss der Touri berappen, 7 US-Dollar der arme Student. Doch die relativ hoch erscheinenden Ausgaben und der Spiessrutenlauf durch die Souvenirshops lohnt sich wirklich. Borobudur wird zu Recht als „Forgotten World Wonder“ bezeichnet … Eine riesige Tempelanlage steht auf einmal direkt vor uns, umgeben vom morgendlichen Nebel, beschienen von den ersten Sonnenstrahlen des Tages!
Unsere Muedigkeit ist irgendwie nicht mehr zu spueren und die ersten paar Treppenstufen zur ersten Plattform der Tempelanlage werden noch gesprungen, spaeter dann eher geschlichen (vielleicht sind wir doch nicht so fit, wie wir dachten) – Sofort will alles erkundet werden! Und es lohnte sich. Das Lichtspiel auf dem Tempel im Morgengrauen, der kuehle Nebel, der langsam verschwand und den Blick auf umliegende Berge freigab, die wahnsinnige Architektur … Alles in Allem ein schoener Start in den Tag.

Prambanan
Nach einem Fruehstueck – Mehr schlecht als recht – ging es mit dem Auto weiter. Wir fuhren durch eine sehr sehr laendliche Gegend. Reisterassen, Reisernte, und Frauen in bunten Batikkleidern, die den Reis auf einfachen Felsbrocken dreschten. Viehwagen und Muskelkraft statt Traktor … Idyllisch, waeren da nicht die bloeden Mopeds um uns herum … Egal, zum wegschlummern reichte es, im nagelneuen Minivan mit Ledersitzen und Klimaanlage – irgendwie auch dekadent, wenn man die Bauern in der Hitze schufften sah und man selbst durch die getoenten Scheiben seine Fotos schoss …
Nach einem Zwischenstopp an einem Hindutempel (dessen eigentliche Attraktion der nebenstehende Riesen-Baum mit enormen Luftwurzeln war), ging es schnurstracks zur alten Tempelanlage Brambanan. Brambanan hat es leider schwer erwischt – ein schweres Erdbeben (2006, wenn ich mich nicht taeusche) hat fast jeden Tempel umgeschmissen! Relativ flott erschien uns der Wiederaufbau der Tempelanlage – so sind neben den vielen kleinen Steinhaufen (ehemals kleine Pagoden) die grossen Tempel fast wieder zu 100% hergestellt. Zumindest erschien es uns so … Aber wir lassen lieber (demnaechst) Bilder sprechen! Einen Tagesausflug, oder ein Theaterbesuch im benachbarten Freilufttheater, ist Brambanan auf jeden Fall wert. Auch die 6 US-Doller, die diesmal an der Kasse faellig waren.

Da nun schon die satte Mittagssonne Vollgas gab und wir diesmal schlauer sind als sonst, entschieden wir uns nach rund 1,5 Stunden Brambanan die Heimreise einzuleiten. Und so ging es wieder zurueck nach Jogja mit einem wirklich netten Fahrer, mit einem tollen Auto, mit toller Musik ins tolle Hostel :)

Eine schoene kleine Studentenstadt!

Jogjakarta
Den einen Abend steigt man im Molloch Jakarta in einen Zug ein (JUHUUU, endlich wech hier!) – den kommen Morgen steigen wir in einer voellig neuen Welt wieder aus!
Genau so kam es uns jedenfalls vor, als wir das erste mal die engen Gassen von Jogjakarte betraten. Um 5:00h morgends begaben wir uns auf die Suche nach einem Hostel und schlenderten durch malerisch, enge und bunt bemalte Gassen zum gewuenschten Ziel. Hier mussten wir jedoch noch eine Weile auf das freie Zimmer warten (die Leute, die auchchecken wollten, waren noch am schlafen!) und genossen so die Dachterasse mit dem „traumhaften“ Blick auf noch mehr Daecher (Aber es sah wirklich schoen aus, wie so die Sonne ueber die Daecher hochkam)! Bei einer ersten Begehung der schmalen Gassen in der morgendlichen Kuehle, fiel uns sofort auf, dass es hier unheimlich ruhig ist – kein Einziges Auto, und kein einziges Moped in den Gassen (indonesisch: Gang) von Jogja, wie Jogjarkarta hier liebevoll von den Locals genannt wird.

Kuenstler sind gefragt
Wie es sich fuer eine schoene kleine Studentenstadt gehoert, wird der FREIGEIST in Jogja gross geschrieben. Viele Kuenstler liessen sich in den schmalen Strassen Jogjas nieder, gestalteten die umliegenden Gassen kuenstlerisch mit oder gestalteten einer der nahegelegenen Restaurants/Bars.
Langweilig wird einem jedenfalls nicht, wenn man hier auf Entdeckungstour geht – und besser als Jakarta ist dieser Platz alle Male! Luftholen vom Molloch …  

Mitreisen …

Nun zu Dritt
Seit ein paar Tagen sind wir nun schon zu Dritt unterwegs (NEIN, wir haben kein Kind adoptiert oder sonst irgendwas in der Richtung veranstaltet :D) …
So reisen wir nun mit Marco zusammen durch Indonesien. Wer also einmal den Blick auf unsere Reise von einer gaaaanz anderen Perspektive aus erleben moechte, der ist herzlich dazu eingeladen auch einmal in seinen Reiseblog vorbeizuschauen!