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Die „selbstgemachte“ Kuta-Tempel-Tour

Planen und Buchen
Das Buchen einer solchen Tour ist gar nicht so schwer. Man schaut sich einfach ein wenig an den Infostaenden in Kuta um und mietet sich dann ein Auto (samt Fahrer) fuer einen halben oder gesamten Tag. Ein halber Tag sollte in unserem Falle reichen, denn auf dem Tagesplan standen lediglich 2 Tempel, die sich wirklich interessant anhoerten und obendrein auch nicht besonders weit von Kuta entfernt lagen: 1. Tanah Lot, 2. Uluwatu.
Der Trip wurde einen Tag vorher ausgehandelt, gebucht und eine Anzahlung getaetigt. Am kommenden Tag sollten wir vom Fahrer um 9.00h am Hotel abgeholt werden und unsere Rundreise starten. Leichter gesagt als getan: Nach einer ewigen und sinnlosen Diskussion ueber den am Vortag ausgehandelten Preis, starteten wir schlussendlich um 10.00h. Allesamt ein wenig genervt … Allerdings konnte der Fahrer am wenigsten fuer die Missverstaendnisse. Er war eben nur der Fahrer und tat uns fast schon leid.

Uluwatu
Die Fahrt zum Uluwatu Tempel war recht gediegen. Komischerweise sieht man waehrend der Fahrt kaum etwas von der balinesischen Landschaft. Die Hauptstrassen auf der Insel sind allesamt von einer Haeuserreihe kilometerweit umsaeumt – exakt eine Hausreihe, dahinter folgen die Felder und Waelder … und leider gibt es noch keine Glashaeuser! Ausser dem heftigen Verkehr auf den Strassen, gab es recht wenig zu bestaunen. In nicht einmal einer Stunde erreichten wir den Tempelkomplex Uluwatu. Mitten auf einer Klippe stehen die Tempel- und Klosteranlagen. Es erscheint fast schon irreal, wenn man dort oben auf das Meer, die Brandung und die hohen Wellen schaut. Der heiligste Innere des Tempelkomplexes blieb uns jedoch verschlossen. Touristen haben hier leider keinen Zutritt. Dennoch lohnt sich ein Ausflug hierher. Denn die umliegenden Klippen lassen sich ohne weiteres erkunden und sorgen so fuer unvergessliche Bilder.
In Uluwatu erlebt ein wenig die Urspruenglichkeit der Tempelanlagen. Vom grossangelegten Massentourismus merkt man zum Glueck reichlich wenig (Vielleicht eher bei Sonnenuntergang?!) Auch von aufdringlichen Souvenierverkaeufern wurden wir zu dieser Tageszeit weitestgehend verschont. Jedoch sollte man sich vor den Affen (indonesische Makacken) in acht nehmen … die chronisch kleptomanischen Viecher koennen einem sicherlich schnell den Nerv rauben, wenn man sich zu sehr auf sie einlaesst. Uns hingegen liessen sie links liegen. Wahrscheinlich auch, weil wir kein „Futter“ fuer sie dabei hatten :)

Tanah Lot
Der Tempel im Meer. Uns war dieser Tempel vor allem durch die vielen Postkartenmotive bekannt. „Da muessen wir hin! Sowas imposantes gibt es nur einmal!“
Und in der Tat, sowas gibt es nur einmal … Bei halber Ebbe erreichten wir den Tempel. Der Ueberweg zum Tempel war also noch sichtbar und Touristen stroemten bereits auf die flachen Felsen der nahegelegenen Brandung. Urlaubsfoto, mit dem Tempel im Nacken, von rechts rauscht das Meer heran … Wer kennt sie nicht, solch kitschige Urlaubserrinnerungen?! Nun sind wir hier und geniessen auch dieses Schauspiel. Auch diese Tempelanlagen sind fuer den Ottonormalbesucher tabu. Aber dies ist nicht weiter tragisch, da sich von den umliegenden Felsen, Klippen und sonstigen „View Points“, sehr schoene Blicke auf den Tempel (der uebrigends viel kleiner als auf den Postkarten erscheint) ergeben. Ein weiteres Highlight ist ein angrenzender Park, der den Blick in die naechste Bucht freigibt … Die Landschaft, die Klippen und das Meer stohlen dem Tempel fast die Show.
Richtig voll wird es hier sicherlich erst gegen Abend. Postkartenmotive zeigen den Tempel im Sonnenuntergang. Dementsprechend viele Touristen moechten dies natuerlich hautnah miterleben – anders kann man sich die gross angelegten Restaurants (mit bestem Meeresblick) nicht erklaeren. Gegen Mittag traf man hier auf gaehnende Leere. Auch die unzaehligen Souveniershops liefen momentan auf Sparflamme. Aber wahrscheinlich war genau dies nur die Ruhe vor dem Sturm!

Wahrscheinlich haben wir heute nur glueck gehabt und konnten desshalb die Tempel in vollen Zuegen geniessen… Wenn es jedoch jedesmal gegen Mittag so aussieht, dann ist dies auf jeden Fall einen Halbtagesausflug wert. 5 Stunden waren wir insgesamt unterwegs und bezahlten rund 250.000 Rp. (rund 16 Euro) fuer das Auto, was in diesem Falle durch 3 Personen geteilt wurde. Die Kommissionen und Parkgebuehren fuer die Tempel sind nicht weiter erwaehnenswert und blieben im Centberreich. Alles in Allem also eine schoene Abwechslung gegenueber dem ueberlaufenen „Kulturschock“ Kutabeach!

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Was macht man eigentlich in Kuta?

Die Uniformitaet der Strandschnepfen
Als erstes Ziel in Bali entschieden wir uns fuer Kuta. „Da is was los! Da musst du hin!“ – so hiess es. So buchten wir auch die Tour von Jogja nach Denpasar +Zwischenstopp auf dem Mount Bromo. Ansich ein guter Plan, wenn nicht Kuta waere …

Ich verstehe es nicht so ganz, dass Bali (vor allem auch Kuta!!!) in gleichem Atemzuge mit den Malediven, Bahamas und was weiss ich nicht alles genannt wird, wenn es um Traumdestinationen dieser Welt geht. Vor allem Kuta ist unserer Meinung nach alles andere als eine Traumdestination dieser Welt! Kuta, eine boomende indonesische Stadt, vollkommen in der Hand des Tourismus. Neben Dolce & Gabanna, Gucci und Prada dominieren hier die „Surfer-Brands“. In aehnlich luxurioes ausgestatteten Filialen wird hier alles angeboten, was das westliche Surferherz hoeher schlagen laesst. Und Surfen wird hier in Kuta allemal gross geschrieben. Naja, was heisst hier eigentlich surfen?! … es reicht eigentlich, wenn man ein Brett unter dem Arm traegt um „cool“ zu sein.
Dennoch: Die Wellen am Kutabeach sind ohne Zweifel perfekt zum Wellenreiten. So tummeln sich in den Wellen des Kutabeach sowohl Anfaenger, als auch Fortgeschrittene … seltener mal ein Star der Szene. Aber sind wir nicht alle Surfer? „Aber klar doch!“ – Solange wir eine ueberlange Surfershorts auf halb acht haengen haben, blondierte, lange Haare unser eigen nennen koennen, eine verpilzte Cap in 120 Grad nach hinten aufsetzen und in der einen Hand das Board und in der anderen ein Bier halten koennen, dann haben wir die Aufnahmepruefung schon fast geschafft!

Aber Moment, da fehlen doch noch die „Surfer Chicks“ … Um in Kuta (Leute, ich denke mir das wirklich nicht aus) auch die letzten Klischees zu bedienen, muessen wir ja noch die Blondchen vom Grill (Strand) holen! Entweder bringt man dem Maedel seiner Wahl (die ueblichen Stereotypen bevorzugt) das Surfen bei, oder graebt sie direkt auf einer der unzaehligen, naechtlichen Parties an. Denn dafuer steht Kuta auch mit seinem Namen: Das „exzellente“ Nachtleben.
Die „Clubs“ sehen allesamt wirklich schick aus – keine Frage. Allerdings haben diese Geldmaschinen leider nicht viel zu bieten. Gross angepriesene Djs der elektronischen Musik, entpuppen sich allzuoft als Mogelpackung aus Uebersee und daempfen mit schlechtem Taktgefuehl die Partylaune. Aber wahrscheinlich waren wir einfach nicht betrunken genug … Kommt man zu guter letzt doch noch in Stimmung (was man nicht alles tut, um wirklich neutral berichten zu koennen :D), so macht der Laden auch schon wieder zu – Ab 3.00h ist hier meistens schon zappe!

Fazit
Eine Surferstadt ohne Gleichen, leider auch mit all ihren Klischees. Ein sehr sehr junges Publikum, viel Alkohol, viel Verkehr in den engen Gassen, penetrant wirkende Taxifahrer und Souvenirverkaeufer, die einem echt schon leid tun koennen … Das ist Kuta! Wer nicht ein absoluter hardcore Surfer ist und immer nach der besten Welle sucht, oder eben doch nur den primitiven Spass bevorzugt, der ist hier Kuta herzlich willkommen …
Bleibt nur noch eine Frage zu klaeren: Warum waren wir so lange dort? Ich glaube das schoene Hotel, der schoene Pool im Garten, die Bekanntschaften aus dem Bus aus Jogja und schlussendlich der Geburtstag von Marco sind daran schuld … Aber rechtfertigen muss man sich wirklich nicht – wir hatten einfach Spass. Eben auf unsere Art und Weise!
Ach ja, wer hier das Surfen lernen moechte, der sollte sich schon einmal auf rund 15 US Dollar fuer 2 Lernstunden einstellen :D