Archiv der Kategorie: Cameron Highlands

Wie Haensel und Gretel, aber diesmal mit Tourguide.

Path 9
Nach unserer Path 10-Odyssee wollten wir diesmal eine einfache Wanderung machen (stundenlang nur bergab!!!), doch ganz so „very easy“, wie man uns im Guesthouse versicherte, war Path 9 dann doch nicht … Auf teilweise nicht mal einem halben Meter breiten, rutschigen Wegen, ging es wenige Zentimeter neben unseren Fuessen mehrere Meter in die Tiefe. Viele umgestuerzte Baeume versperrten den Weg, sodass man manchmal klettern oder gar kriechen musste. Das Anstrengste an diesem Pfad war also weniger das Laufen, sondern mehr die andauernde Konzentration, nicht ins Leere zu treten… Einige Male trafen wir auf die vermeintlich gleiche Kurve und man haette fast anfangen koennen an seinem Verstand oder Orientierungssinn zu zweifeln. 5-6 Wegabschnitte sahen tatsaechlich fast identisch aus: Rechtskurve, kleiner Wasserfall zur Linken, zwei Bananenpalmen zur Rechten.
Trotz allem ein schoener, urspruenglicher Pfad auf dem es viel zu sehen und zu entdecken gibt (Wasserfaelle, viele viele Tiere/Insekten, die unterschiedlichsten und schoensten Pflanzen und schlussendlich Felder der Gemuesebauern). Vor allem, wenn man die Augen aufhaelt und nicht versucht einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen, was der ein oder andere Wanderer wohl im Sinn gehabt haben muss, der uns schnaufend und mit hochrotem Kopf ueberholt hat.
Dadurch, dass man auf dem gesamten Pfad nur bergab laeuft und sich immer weiter von Tanah Rata entfernt, kommt spaetestens am Ende des Pfades die Frage auf, wie man nun wieder zurueck in die Stadt kommt! Es gibt zwei Optionen: Ewig auf einen Bus warten (keine Fahrplaene, man kann durchaus mal 3 Stunden warten), oder 10km Serpentinenstrasse BERGAUF laufen… Beides keine sehr guten Optionen! Am besten man schaut so bloed und bemitleidenswert aus der Waesche, dass man von einem Gemuesebauern in seinem Landrover (Jahrgang 1940) mit einem Geschwindigkeitsrekord bis nach Tanah Rata mitgenommen wird!

Bob und Kumar
So hiessen unsere zwei lustigen Tourguides von, die uns einen halben Tag lang auf interessante Art und Weise die Cameron Highlands naeher gebracht haben. Und diese Investition hat sich wirklich gelohnt!!

Zuerst ging es zur BOH Teeplantage, wo sich uns das Panorama bot, welches man als typisches Postkartenmotiv aus den Cameron Highlands kennt: Kilometerweit nichts ausser die von Teestraeuchern bedeckten Berge. Auf insgesamt 1200 Hektar wird hier Tee geerntet, woraus im Jahr 4 mio (!) Kilogramm Tee entstehen. Sieht nicht nur toll aus, man kann hier auch sehr viel ueber Tee und seine Herstellung erfahren ( Wer sich dafuer interessiert: BOH).

Danach wurden wir zum hoechsten Berg der Highlands chauffiert, dem Mount Brinchang (auch mal ganz angenehm fuer unsere Muskelkater geplagten Beine ;D ). Nur leider leider konnten wir nichts ausser der dicken Wolke um uns herum erkennen! Aber gut, wann steckt man schon mal mit dem Kopf in einer Wolke …

Im Anschluss fuhren wir zum Mossy Forest, dem „Moos-Wald“, der sich auf einer Hoehe zwischen 1400 und 1800 Meter befindet und einfach nur maerchenhaft aussieht (wer „Herr der Ringe“ gesehen hat, kann sich ungefaehr vorstellen wie). Bob und Kumar haben uns die Funktion des Waldes, sowie einiger Pflanzen und Kraeuter erklaert (vor allem des Moses, dass wohl das Wasser aus der Luft saugt und an das Erdreich abgibt), deren Namen ich leider fast alle wieder vergessen habe, aber ich weiss zumindest wie sie aussehen und was sie koennen :)

Zum Abschluss haben wir die Tee Fabrik besichtigt und vor Ort auf der schoenen Terrasse ueber den Plantagen einen Tee genossen.

Fazit
Die Tour ist zu 100% zu empfehlen und die netten Jungs von den Cameron Secrets machten uns den Tag zu einem schoenen Erlebnis hier in den Highlands!

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Impressionen

Bilder der letzten Tage
Entstanden sind die Bilder auf zwei Dschungelwanderungen. Auch wenn man auf den Fotos meist nur „gruen“ sieht, hoffen wir, dass sie euch ein wenig den Eindruck vermitteln koennen, wie es in den hiesigen Waeldern aussieht.

Wie Haensel und Gretel, nur ohne Kruemel…

Auf eigene Faust!
Der vielen Tourangebote zum Trotz entschieden wir uns ersteinmal auf eigene Faust loszuziehen und einen der „ausgeschilderten“ „Junglewalks“ auszuprobieren. Nachdem wir uns im Guesthouse informiert hatten, fiel die Wahl auf Path 10, da dieser eine schoene Aussicht vom Gipfel verspricht. Motiviert und zielstrebig zogen wir los, allerdings erst einmal in die falsche Richtung … Diese Einstiege zu finden ist gar nicht so einfach!

Path 10
Als wir es dann endlich geschafft hatten, auf den richtigen Weg zu gelangen, holte uns ploetzlich ein lustiger Englaender ein, der im selben Guesthouse wohnte wie wir. Nach kurzem Plausch kletterte er mit einem Affenzahn den Huegel hoch und ward nicht mehr gesehen … Als wir zwei Untrainierten dann auch endlich oben ankamen, genossen wir erst einmal die schoene Aussicht, die interessante Vegetation und die gute Luft. Wir wunderten uns, dass der Englaender wohl kein Interesse daran fand, denn von ihm war weit und breit keine Spur … Genauso wie von Path 10. Sollte da nicht ein Schild sein? Etwas verwirrt standen wir da, was gluecklicherweise ein Tourguide bemerkte, der kurz nach uns mit einer Gruppe die Kuppe des Berges erreichte. Hinter dem Strommast, ueber eine kleine Anhoehe, quer durch ein Feld und zwischen einigen Bueschen hindurch zeigte er uns den weiteren Weg (der dann uebrigens ploetzlich Path 12 hiess …) Der Englaender hatte wohl nicht das Glueck einen solchen Tourguide zu treffen, denn nach kurzer Zeit holte er uns erneut von hinten ein. Er hatte sich verlaufen … Soviel zu den „ausgeschilderten“ Wegen. Sicherheitshalber gingen wir den restlichen Weg zu dritt.

Am Fusse des Berges angelangt, durchquerten wir ein Orang Asli Dorf ( Orang ist das malaische Wort für „Mensch“; „Asli“ bedeutet „zuerst“, „ursprünglich“; also sozusagen die Ureinwohner Malaysias). Von ihnen stammen auch die Wanderwege, wie wir spaeter erfuhren. Deshalb faellt die Beschilderung eher duerftig aus, denn die Orang Asli finden sich in „ihren“ Waeldern blind zurecht.

Kaum auf der asphaltierten Landstrasse zurueck Richtung Stadt angelangt, fing es auch schon an zu regnen. Wir besitzen nur EINEN Regenponcho, also was tun? Zu zweit drunter! Das Ding ist ja schliesslich gross genug! Hat mehr schlecht als recht funktioniert … Gluecklicherweise passierte uns ein Van unseres Guesthouses, der so nett war, uns nach Hause ins Trockene zu chauffieren. Unsere fuer den folgenden Tag geplante gefuehrte (!) Tour zu den Teeplantagen, mussten wir dann trotz Allem verschieben, denn die Schuhe trieften nur so … Aber das holen wir nach!

Das sind doch alles Zocker!

Internetcafe Tanah Rata
Und in der Tat, hier wird wie wild gezockt… und zwar am Computer und quer durch alle Alterschichten. So klein der Ort hier sein mag, er hat die besten Rechner, die ich bisher auf der Reise unter den Fingern gehabt habe… Schnell, gut gepflegt, nettes Personal und vollgestopft mit Onlinerollenspielen und Shootern.

Zocken in den Highlands
Jedoch unterscheiden sich die Zockgewohnheiten von jenen in Deutschland nur ein wenig: Man trifft sich zunaechst einmal in einem Internetcafe und hockt nicht stumpfsinnig allein zu Hause rum… So kann es vorkommen, dass dieser Laden hier tagsueber eher einem Jugendzentrum zum Abhaengen gleicht, als einem Internetcafe. Der normale 0815 Touri, mit den verseuchten elektronischen Geraeten, meidet zum Glueck dieses Cafe. Aber er wuesste eh nicht die schnelle Internetanbindung (die fuer malayische Verhaeltnisse wirklich schnell ist) und die sauber gepflegten Rechner zu schaetzen – Der 0815 Touri wuerde alles mit Facebook und MSN-Spam vollmuellen, 3 Messenger gleichzeitig offen haben (aus denen er sich niemals auch nur annaehernd abmelden wird, nach dem Verlassen des Cafes) und zu guter Letzt seine Fotos von der dicken, krebsroten Urlaubsliebe vergessen zu loeschen! Aber zurueck zum Thema:
Gespielt wird hier alle was Spass macht. So kann es passieren, dass man zu spaeter Stunde hier heisse Matches im fast schon verstaubten „Warcraft III“ (+Frozen Throne), oder Duelle im Klassiker „Counterstrike 1.6“ miterlebt. Bleibt man interessiert an einem der Rechner stehen und schaut sich das bunte Treiben an, so sollte man sich nicht wundern, dass man zu einem Match herausgefordert wird… :)
Der zweite grosse Hit (wie eigentlich ueberall) sind die Onlinerollenspiele. Vorwiegend werden kostenfreie Spiele aus China gespielt. Bisher habe ich auf den Festplatten rund 30 verschiedene Rollenspiele entdecken koennen – doch vorwiegend sieht man das chinesische „Kung Fu Online“. Fuer den weiteren Zeitvertreib finden sich noch weitere Singleplayer auf der Platte, dessen Details nun wirklich den Rahmen sprengen wuerde. Auffallend auch: Es spielen hier auffaellig viele Maedels an den Rechnern.

Fazit
Lange Rede, kurzer Sinn: Malaysia ist eine Zockergesellschaft! Und das zeigen uns nicht nur die unzaehligen Shops in den Staedten, die zu guenstigsten Preisen Spielconsolen etc. anbieten… Und wer das alles mal hautnah hier in Malaysia miterleben will, der sollte in das EVO Internetcafe in Tanah Rata kommen (vor allem, weil hier bis um 5:00h morgends geoeffnet ist) :P

Getting high…

Cameron Highlands
Willkommen in den Cameron Highlands! Seit etwa 4 Tagen sind wir inzwischen hier und haben auch schon ne Menge erlebt. Doch fangen wir erst einmal am Anfang an:

Am ersten Mai (auch hier in Malaysia ein Staatsfeiertag – „PROST, Maenner!“) kamen wir nach einer etwa 6 stuendigen Busfahrt und unzaehligen Serpentinenkurven hier in den Cameron Highlands an. Genauer gesagt in dem kleinen Ort Tanah Rata.
Von hier aus lassen sich prima Tagesausfluege in die umgebenden Urwaelder unternehmen. Genau unter diesem Motto operiert auch unser jetziges Guest House.
Auf einer kleinen Anhoehe gelegen, ueberblickt man so den gesamten Ort und kann sich bei dem freundlichen Personal Tipps und Tricks fuer die Tagesausfluege geben lassen – Denn, man mag es kaum glauben, aber durch den Dschungel rund um Tanah Rata kann man meist auf eigene Faust wandern! Zudem ist es moeglich an jeder Ecke der Stadt (auch in unserem Guest House) Wandertouren mit profesionellen Guides zu buchen. Diese bringen dich in nahegelegene Teeplantagen, Schmetterlingsfarmen, geben Informationen ueber Flora und Fauna preis oder bringen dich einfach nur in entlegene Ecken der Waelder, wo sich sonst kein normaler Touri auf eigene Faust hin traut…

Das hiesige Klima ist im uebrigen ein weiterer Grund, warum man hier gut und gerne ein paar Tage ins nichts verlaufen lassen kann. Denn hier ist Aufatmen angesagt! Gegenueber dem tropischen Tiefland und den Inseln, herrschen hier schoen gemaessigte Temperaturen. Und es ist wirklich ungewohnt mit einem Pulli bekleidet beim Abendessen dazusitzen.
DAS Schoenste jedoch ist die Ruhe. Kein laermender Ventilator im Zimmer, der die 30 Grad auf immerhin gefuehlte 28 Grad runterkuehlt… Hier ist es (abgesehen von den singenden Grillen und Zikaden) so ruhig, dass man voellig verwundert morgends aufwacht und tatsaechlich ausgeruht ist :)