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Nachts ist es dunkel

Eine Nachtwanderung
An unserem letzten Tag im Gunung Mulu Nationalpark entschieden wir uns spontan fuer eine Nachtwanderung durch den Dschungel. Besonders nachts zeigt sich der Urwald von einer ganz anderen Seite … und dies dalt es auf die Probe zu stellen.

Schon um 19.00h (hier wird es wirklich wahnsinnig frueh dunkel) ging es los. Die Nachtwander-Gruppe bestand gluecklicherweise nur aus uns zweien und einem weiteren Kanadier +Guide. Eine schoene kleine Gruppe also. Direkt am Hauptgebaeude des Parks fuehrte ein Weg in den Urwald. Anders als alle anderen Wege in der naehe des Headquarters, ist dieser nicht beleuchtet. Ausgestattet mit Taschenlampen mit rotem LED-Licht (der Guide hatte natuerlich einen Megahellen, weissen LED Scheinwerfer) gings los. Warum eigentlich rotes Licht? Nun ja, bei zu viel weissem Licht koennte es passieren, dass die Tiere fluechten … und schliesslich wollen wir sie ja in aller Ruhe betrachten koennen – so der Plan!

Pitch Black
Nach etwa 20 Metern im Wald war es einfach nur noch schwarz! Weit und breit gab es keine Lichtquelle, noch nicht einmal die Lichter des nahegelegenen Headquarters kamen bis zu uns durch. Umso seltsamer erscheint es auf den ersten Blick, wenn gelbgruen leuchtende Punkte im Wald zu erkennen waren (Gluehwuermchen). Schon nach kurzer Zeit erschienen die ersten Insekten, riesen fette Spinnen und Grillen, Schnecken und Hundertfuesser …
Fast noch viel spannender waren die Geraeusche um uns herum. Voellog fremd klingende Toene umgaben uns. Ein Frosch, der wie ein Vogel klingt, eine Grille, die sich wie ein Frosch anhoert oder Zikaden, die einem schiefklingenden Streicherquartett Konkurenz machen koennen … und nach 50 Metern wandelte sich die Geraeuschkullisse zu wieder etwas voellig Neuem!
Nachtaktive Insekten gab es wirklich viele zu sehen. Neben grossen Spinnen, giftigen Raupen und wahnsinnig grossen Grashuepfern waren, die riesigen Stick-Insects (fast 25cm lang) und ein Hundertfuesser (15cm lang/Beine rund 8cm) mit langen Beinen das Highlight des Abends! Kleinere Spielereien standen auch auf dem Plan: Bspw. mittem im Wald alle Taschenlampen ausschalten, nach Gluehwuermchen oder leuchtenden Pilzen ausschau halten …

Fazit
Fuer gerade einmal 10 Ringgit (rund 2 Euro) gibt es auf der Nachtwanderung so einiges zu sehen und zu erleben, auch wenn wir dieses Mal kein Glueck mit groesseren Tieren hatten. Man lernt und erfaehrt wirklich eine Menge oder geniesst einfach das Laufen durch die Dunkelheit und lauscht dem Dschungelkonzert. Alles in allem dauert eine solche Wanderung rund 2 Stunden, wenn man in einer kleinen Gruppe unterwegs ist, ist natuerlich alles ein wenig flexibler…

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Hoehlenforschen Part 2

Wind Cave und Clearwater Cave
Recht frueh gings ins Bett, um frueh am naechsten Morgen zur zweiten Hoehlenexpedition durchzustarten. Wir teilten uns einen Dorm mit ca. 12 Maedels aus KL (Hilfe, Geschnatter ohne Ende!!!), die hier im Gunung Mulu einen Schulausflug machten. Aber es war irgendwie auch interessant die Maedels mal ohne Kopftuch zu sehen … Nur 3 Maedels waren ein wenig hardcore drauf und beteten in einem extra dazu angezogenen Dress – und das fast jedes Mal, wenn wir sie im Dorm sahen! Mich wundert es immer noch, dass sie mich als einzigen Mann wohl vollends ignorierten … Aber egal, kommen wir zum Eigentlichen:

Zur Hoehle
Nach einem schoenen Fruehstueck ging es vom Headquarter erst einmal mit einem Boot durch den Dschungel. Allein schon diese 30 minuetige Fahrt war schon die Ringit fuer die Tour wert. So sahen wir den Urwald einmal aus einer gaaaanz anderen Perspektive. Wir schlaengelten uns durch Stromschnellen, vorbei an umgestuerzten Baeumen durch immer wieder andere Vegetation. Ein kleiner Zwischenstopp in einem Urwalddoerfchen lies uns einen Blick auf eines der bekannten Longhouses werfen … Einfach idyllisch.

Wind Cave
Unseren Guide trafen wir direkt am Hoehleneingang der Wind Cave und er fuehrte uns in das Innere und versorgte uns wie gewohnt mit wertvollen Informationen. Tief im Inneren bemerkten wir den Windzug, der der Hoehle ihren Namen gab. Durch Luft und Temperaturunterschiede zwischen dem Hoehleninneren und der Umgebung draussen ergibt sich ein Luftzug … Dies liegt auch daran, dass es eine zweite Oeffnung in einer der Kammern gibt. So blickt man an einer Stelle an die Decke und sieht Baumkronen des Urwaldes.
Nach einiger Zeit standen wir jedoch im Dunklen! Stromausfall! Nix ging mehr … Aber alles halb so wild: Taschenlampe an (nur 3 Leute in unsere Gruppe hatten keine Lampe mit), und weiter!

Clearwater Cave
Nach 200 Treppenstufen erreichten wir den Einstieg in die Hoehle! PUH! Auch hier hatten wir bei der Erkundung mit Stromausfaellen zu kaempfen und erforschten die Hoehle nur mit unseren eigenen Lampen. Das Besondere an dieser Hoehle ist, dass sie durch einen Fluss entstand. Fragt mich bitte nicht nach Details, es wuerde den Rahmen sprengen, aber diese Hoehle bietet zusammen mit der Windcave (sie sind miteinander verbunden) den Einstieg in das weltlaengste Hoehlensystem von ueber 120km Laenge (oder so)!!!
Noch heute fliesst ein Fluss – allerdings ein wenig kleiner als wohl vor zigtausend Jahren – durch die Hoehle und tritt unterirdisch nach aussen. Laut eines alten Glaubens der Orang Asli, soll das Wasser der Clearwater Cave fuer immer jung halten, wenn man es sich in das Gesicht spritzt … Ihr koennt euch vorstellen, dass es extra einen Steg innerhalb der Hoehle zum Wasser gibt und jeder Touri voll besessen ins Wasser huepft … Naja, wir huepften mit :)
Wieder an der Erdoberflaeche angekommen, konnte man noch ein Bad im kristallklaren Fluss nehmen … Mit offenem Mund beneideten wir die Leute, die einfach reinhuepften oder etwas zum schwimmen mitgenommen hatten. Wir hingegen schwitzten froehlich weiter und fuhren schon bald mit dem Boot wieder zurueck.

Fazit
Wer denkt, dass eine Hoehle der anderen gleicht, der wird hier in Mulu eines besseren belehrt! Auch wenn diese Hoehlen so dicht beieinander liegen, ist doch jede fuer sich einzigartig. Wieder einmal ein Lob an die Guides und die gute Organisation des Aufluges… Auch die Beschilderung in den einzelnen Hoehlen ist spitze und muss hier mal erwaehnt werden.

Rumble in the Jungle!

Bako National Park
Der Tag fing eigentlich nicht sehr ideal fuer einen Dschungelausflug an: Es schuettete aus allen Kuebeln. Dabei sind wir doch extra frueh raus, um noch die morgendliche Frische zu geniessen und einer der ersten Busse zum Bako Nationalpark zu erwischen. Naja, das Wetter kann man leider nicht immer beeinflussen, da hilft auch kein ums Feuer huepfen und Formelbeschwoeren… Dennoch ging es rund eine Stunde spaeter los. Der Regen hatte sich gelegt und die Sonne kam ab und an raus und zeigte was sie kann :)

Ab nach Bako
Mit 2 Amis, eigentlich zwei Neuseelaender, teils aus Suedafrika mit Wurzeln in Indien und ach was weiss ich nicht alles. … ging es mit dem Bus zum Nationalpark. Dort angekommen ging es mit einem Boot weiter zum Headquarter des entlegenen Parks. Dort sammelten wir erste Infos zum Park und starteten unseren Trek – Ein Rundpfad, der alle erdenklichen Dschungelarten Borneos beinhalten sollte.
Und so war es auch, 4 Dschungelarten waren selbst fuer uns absolut nachvollziehbar: Mangroven (mit Krodolien, die sich nicht blicken lassen haben), Palmen-Dschungel am Hang des Berges, trockenes Hinterland und dichter Urwald mit Lianen und vielen Moosen …
Der Dschungelrundweg ist „NUR“ 5,7 km lang, wird aber mit rund 4 Stunden veranschlagt. Ach, das schaffen wir doch schneller, dachten wir … Ha ha, falsch gedacht! Es ging steile Stufen und Wurzeln bergauf, dann ein Stueckchen gerade, wieder herunter, hoch, dann quer, hier durch nen paar Felsspalten und dann ueber nen Bach … Es kam uns ewig vor! Allerdings verging die Zeit auch wie im Fluge. Auch wenn wir schon so manches Dschungelabenteuer hinter uns haben, hier erlebten wir so viel Neues, dass es schwer fiel nicht an jeder Ecke wieder stehenzubleiben, um die neuen Eindruecke zu verarbeiten!

Fazit
Wer einen Tagesausflug (frueh Ankommen empfielt sich!) in den Bako Nationalpark plant, der sollte sich diesen Rundweg, namens Lintang wirklich mal genauer anschauen. Hier wird einem eine Menge geboten. Nicht nur von der Vegetation her, sondern auch (mit viel Glueck) von Seiten der tropischen Fauna. Wahrscheinlich haben wir eine Horde von diesen sehr seltenen Nasenaffen gesehen … Aber da wir beide keine Biologen sind, tappen wir wohl weiterhin im dunklen :)
Auch dieser Park bietet Uebernachtungsmoeglichkeiten an – Fuer die, die wirklich nicht genug bekommen koennen. Fuer uns aber, war der Lintang Rundweg genau richtig!

Und wo sind die Tiger?

Dschungelkinder: Part X…
Kaum aus den Cameron Highlands entflohen – und auf den Perhentians relaxed – zog es uns magisch in den Taman Negara Nationalpark. Hier sollten wir den aeltesten Regenwald der Welt bestaunen duerfen und die Moeglichkeit haben ueber Haengebruecken in rund 40m Hoehe umherspazieren zu koennen… Also Grund genug fuer uns „Moskito Islands“ (Perhentians) zu verlassen, um uns dem „Leech Paradise“ (Taman Negara) zu widmen!
Schlau wie wir sind, buchten wir noch vor dem Betreten der Inseln ein Open-Day Ticket nach Taman Negara, und so sollte die Ueberfahrt sehr stressfrei und simpel ablaufen… Es fing auch alles sehr gediegen an, wenn dort nicht die unverhersehbaren Komplikationen (andere Touristen!!!) alle Plaene in Schutt und Asche legen wuerden. Ein Beispiel: Nach derm Verlassen der Insel mit dem Boot, geht es mit einem Bus weiter. An einer zentralen Stelle – ein Ort irgendwo im Niergendwo – wird zum Mittag halt gemacht und die Leute, entsprechend ihreres Reisezieles auf kleinere Minibusse verteilt. Hierbei wird auch das GEPAECK mit verladen und umgeladen… Warum zum Teufel kommen einige Leute erst nach 5 Stunden Weiterfahrt, mitten auf der Autobahn auf die Idee nach ihren Taschen zu suchen?! Ein weiteres Beispiel waeren die aufgetakelten Maedels, denen erst nach dem Verlassen der Stadt einfaellt, dass es im Dschungel keinen Geldautomaten gibt!!! Natuerlich mussten wir umkehren, um einen passenden Automaten zu suchen (schliesslich haben die Damen nur KREDITKARTEN dabei!!!). Sitzt man dann noch neben einer laut mosernden Australierin, die sich ununterbrochen ueber die Ueberlaenge der Fahrt beschwert, ist man wirklich froh, nach 10 Stunden (geplant waren 6 Stunden) die Ruhe des Dschungels erreicht zu haben… waere da nicht die nervige Katze, die uns bis in die Nacht hinein wach hielt… um dann morgends vom Muezin der benachbarten Moschee geweckt zu werden :)

Die Mutprobe
Trotz allem: Der Taman Negara Nationalpark und das Oertchen Kuala Tahan, in dem wir uns einquartierten, waren wirklich schoen! Und vor allem hatten wir ein super Wetter… keinen Tropfen Regen, solange wir im Wald unterwegs waren – und es ist immerhin der aelteste Regenwald der Welt :)
Leider waren nur zwei volle Tage fuer Aktivitaeten eingeplant, so dass wir gleich am ersten Tag den sog. Canopy Walk in Angriff nahmen. Nach etwa 45 Minuten Dschungeldurchquerung erreichten wir den Anfangspunkt des Canopy Walk und stiegen in die Baumwipfel auf… denn ueber durchaus sehr wackeligen Haengebruecken geht es von Baumplattform zu Baumplattform. Im Nichts haengend, erlebt man so den Regenwald auf ganz andere Art und Weise und stellt schnell fest, dass in dieser luftigen Hoehe eine ganz andere Vegetation als in Bodennaehe vorhanden zu sein scheint… und, dass 40m verdammt hoch sein koennen!!! So wackelten und schaukelten wir weiter bis zum Abstieg aus den Baeumen und wanderten langsam zurueck nach Kuala Tahan.

Nacht Safari
Ein weiteres Highlight sollte die Nacht Safari werden. In einem Pickup ging es in eine nahegelegene Palmenplantage (keine Ahnung, was da fuer komische Fruechte angebaut wurden – Kokosnuesse waren es jedenfalls nicht!), die sich prima fuer das Sichten von seltenen Tieren eignen sollte… Die 2 stuendige Fahrt durch die dunkle Nacht, mit dem funkelnden Sternenhimmel war wirklich schoen – zu sehen gab es jedoch kaum etwas! Aber so ist das nunmal mit der wilden Natur; man kann eben nicht alles auf Bestellung haben! Leider verstanden das nicht die verwohnten Englaender der Nintendogeneration, die sich lautstark ueber die Safari beschwerten! Ich weiss nicht, was sie erwartet haben, aber vorab informiert scheinen sie sich nicht gehabt zu haben… „Wir dachten, wir koennten Tiger sehen!“ – Klar, die Viecher pennen fast 20 Stunden am Tag, und da rennt uns in einer Plantage einer der rund 700 noch lebenden malayischen Tiger ueber den Weg! … „Und wir wollten doch Affen sehen!“ – Hallo?! TAGaktive Lebewesen? … „Und warum fahren wir nicht durch den Dschungel?“ – Nun ja, deine Freundin heult ja schon fast, wenn wir einen Busch streifen. Und wir sind auf einer STRASSE in einer geordneten Plantage! Und ausserdem; Was passt hier nicht zusammen: Nationalpark, Naturschutz, verdammt dichter Dschungel, AUTO (?!)
Man man man, waeren die doch in ihrem Ferienresort ein Thailand geblieben und haetten ihre Tiger im „Tiger Temple“ bewundert :D Aber zum Glueck gehoert die deutsche Sprache, hier in Malaysia zu einer selten gesprochenen Sprache, so dass wir uns auch so koestlich amuesieren konnte!

Am folgenden Tag wurde der Dschungel wieder auf eigene Faust erobert… Es ist aber auch einfach zu schoen, wenn man durch den Wald laeuft, den Geraeuschen lauscht und an einem schoenen Plaetzchen einfach die frische (und heisse, feuchtschwuele) Luft geniesst!

P.S.:Fuer den interessierten Hobbybiologen… Folgende Dschungelbewohner wurden in den 3 Tagen gesichtet: Wildschweine, 2 Schlangen, Makacken, Wald-Pfaue, Monitorlizards, Eichhoernchen, die besagten Nager, viele Fische im Fluss und unzaehlige Insekten…

Impressionen

Bilder der letzten Tage
Entstanden sind die Bilder auf zwei Dschungelwanderungen. Auch wenn man auf den Fotos meist nur „gruen“ sieht, hoffen wir, dass sie euch ein wenig den Eindruck vermitteln koennen, wie es in den hiesigen Waeldern aussieht.

Getting high…

Cameron Highlands
Willkommen in den Cameron Highlands! Seit etwa 4 Tagen sind wir inzwischen hier und haben auch schon ne Menge erlebt. Doch fangen wir erst einmal am Anfang an:

Am ersten Mai (auch hier in Malaysia ein Staatsfeiertag – „PROST, Maenner!“) kamen wir nach einer etwa 6 stuendigen Busfahrt und unzaehligen Serpentinenkurven hier in den Cameron Highlands an. Genauer gesagt in dem kleinen Ort Tanah Rata.
Von hier aus lassen sich prima Tagesausfluege in die umgebenden Urwaelder unternehmen. Genau unter diesem Motto operiert auch unser jetziges Guest House.
Auf einer kleinen Anhoehe gelegen, ueberblickt man so den gesamten Ort und kann sich bei dem freundlichen Personal Tipps und Tricks fuer die Tagesausfluege geben lassen – Denn, man mag es kaum glauben, aber durch den Dschungel rund um Tanah Rata kann man meist auf eigene Faust wandern! Zudem ist es moeglich an jeder Ecke der Stadt (auch in unserem Guest House) Wandertouren mit profesionellen Guides zu buchen. Diese bringen dich in nahegelegene Teeplantagen, Schmetterlingsfarmen, geben Informationen ueber Flora und Fauna preis oder bringen dich einfach nur in entlegene Ecken der Waelder, wo sich sonst kein normaler Touri auf eigene Faust hin traut…

Das hiesige Klima ist im uebrigen ein weiterer Grund, warum man hier gut und gerne ein paar Tage ins nichts verlaufen lassen kann. Denn hier ist Aufatmen angesagt! Gegenueber dem tropischen Tiefland und den Inseln, herrschen hier schoen gemaessigte Temperaturen. Und es ist wirklich ungewohnt mit einem Pulli bekleidet beim Abendessen dazusitzen.
DAS Schoenste jedoch ist die Ruhe. Kein laermender Ventilator im Zimmer, der die 30 Grad auf immerhin gefuehlte 28 Grad runterkuehlt… Hier ist es (abgesehen von den singenden Grillen und Zikaden) so ruhig, dass man voellig verwundert morgends aufwacht und tatsaechlich ausgeruht ist :)