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Bye Bye Indonesien.

Flug nach KL
Morgen ist es soweit: Wir verlassen das Land Indonesien und sagen nochmal kurz Malaysia „Hallo“. Allerdings wird sich unser kurzer Zwischenstopp in Malaysia nur auf Kuala Lumpur beschraenken – Die Fluggesellschaft Air Asia wollte es eben nicht anders :) Am Folgetag sollte es (laut Plan) gleich weiter nach Singapur gehen.
Und mit Singapur erreichen wir nun auch unser allerletztes Reiseziel unserer 4,5 monatigen Suedostasien-Reise.

Bereits heute haben wir Marco verabschiedet – er machte sich nach Borneo auf. Schon am 4.7. stiess er hier in Kuta wieder zu uns und hatte eine Menge von seiner Schiffsreise zu erzaehlen. Wer einen Blick auf seine Weiterreise werfen moechte, der kann dies HIER tun.

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Die „selbstgemachte“ Kuta-Tempel-Tour

Planen und Buchen
Das Buchen einer solchen Tour ist gar nicht so schwer. Man schaut sich einfach ein wenig an den Infostaenden in Kuta um und mietet sich dann ein Auto (samt Fahrer) fuer einen halben oder gesamten Tag. Ein halber Tag sollte in unserem Falle reichen, denn auf dem Tagesplan standen lediglich 2 Tempel, die sich wirklich interessant anhoerten und obendrein auch nicht besonders weit von Kuta entfernt lagen: 1. Tanah Lot, 2. Uluwatu.
Der Trip wurde einen Tag vorher ausgehandelt, gebucht und eine Anzahlung getaetigt. Am kommenden Tag sollten wir vom Fahrer um 9.00h am Hotel abgeholt werden und unsere Rundreise starten. Leichter gesagt als getan: Nach einer ewigen und sinnlosen Diskussion ueber den am Vortag ausgehandelten Preis, starteten wir schlussendlich um 10.00h. Allesamt ein wenig genervt … Allerdings konnte der Fahrer am wenigsten fuer die Missverstaendnisse. Er war eben nur der Fahrer und tat uns fast schon leid.

Uluwatu
Die Fahrt zum Uluwatu Tempel war recht gediegen. Komischerweise sieht man waehrend der Fahrt kaum etwas von der balinesischen Landschaft. Die Hauptstrassen auf der Insel sind allesamt von einer Haeuserreihe kilometerweit umsaeumt – exakt eine Hausreihe, dahinter folgen die Felder und Waelder … und leider gibt es noch keine Glashaeuser! Ausser dem heftigen Verkehr auf den Strassen, gab es recht wenig zu bestaunen. In nicht einmal einer Stunde erreichten wir den Tempelkomplex Uluwatu. Mitten auf einer Klippe stehen die Tempel- und Klosteranlagen. Es erscheint fast schon irreal, wenn man dort oben auf das Meer, die Brandung und die hohen Wellen schaut. Der heiligste Innere des Tempelkomplexes blieb uns jedoch verschlossen. Touristen haben hier leider keinen Zutritt. Dennoch lohnt sich ein Ausflug hierher. Denn die umliegenden Klippen lassen sich ohne weiteres erkunden und sorgen so fuer unvergessliche Bilder.
In Uluwatu erlebt ein wenig die Urspruenglichkeit der Tempelanlagen. Vom grossangelegten Massentourismus merkt man zum Glueck reichlich wenig (Vielleicht eher bei Sonnenuntergang?!) Auch von aufdringlichen Souvenierverkaeufern wurden wir zu dieser Tageszeit weitestgehend verschont. Jedoch sollte man sich vor den Affen (indonesische Makacken) in acht nehmen … die chronisch kleptomanischen Viecher koennen einem sicherlich schnell den Nerv rauben, wenn man sich zu sehr auf sie einlaesst. Uns hingegen liessen sie links liegen. Wahrscheinlich auch, weil wir kein „Futter“ fuer sie dabei hatten :)

Tanah Lot
Der Tempel im Meer. Uns war dieser Tempel vor allem durch die vielen Postkartenmotive bekannt. „Da muessen wir hin! Sowas imposantes gibt es nur einmal!“
Und in der Tat, sowas gibt es nur einmal … Bei halber Ebbe erreichten wir den Tempel. Der Ueberweg zum Tempel war also noch sichtbar und Touristen stroemten bereits auf die flachen Felsen der nahegelegenen Brandung. Urlaubsfoto, mit dem Tempel im Nacken, von rechts rauscht das Meer heran … Wer kennt sie nicht, solch kitschige Urlaubserrinnerungen?! Nun sind wir hier und geniessen auch dieses Schauspiel. Auch diese Tempelanlagen sind fuer den Ottonormalbesucher tabu. Aber dies ist nicht weiter tragisch, da sich von den umliegenden Felsen, Klippen und sonstigen „View Points“, sehr schoene Blicke auf den Tempel (der uebrigends viel kleiner als auf den Postkarten erscheint) ergeben. Ein weiteres Highlight ist ein angrenzender Park, der den Blick in die naechste Bucht freigibt … Die Landschaft, die Klippen und das Meer stohlen dem Tempel fast die Show.
Richtig voll wird es hier sicherlich erst gegen Abend. Postkartenmotive zeigen den Tempel im Sonnenuntergang. Dementsprechend viele Touristen moechten dies natuerlich hautnah miterleben – anders kann man sich die gross angelegten Restaurants (mit bestem Meeresblick) nicht erklaeren. Gegen Mittag traf man hier auf gaehnende Leere. Auch die unzaehligen Souveniershops liefen momentan auf Sparflamme. Aber wahrscheinlich war genau dies nur die Ruhe vor dem Sturm!

Wahrscheinlich haben wir heute nur glueck gehabt und konnten desshalb die Tempel in vollen Zuegen geniessen… Wenn es jedoch jedesmal gegen Mittag so aussieht, dann ist dies auf jeden Fall einen Halbtagesausflug wert. 5 Stunden waren wir insgesamt unterwegs und bezahlten rund 250.000 Rp. (rund 16 Euro) fuer das Auto, was in diesem Falle durch 3 Personen geteilt wurde. Die Kommissionen und Parkgebuehren fuer die Tempel sind nicht weiter erwaehnenswert und blieben im Centberreich. Alles in Allem also eine schoene Abwechslung gegenueber dem ueberlaufenen „Kulturschock“ Kutabeach!

Was macht man eigentlich in Kuta?

Die Uniformitaet der Strandschnepfen
Als erstes Ziel in Bali entschieden wir uns fuer Kuta. „Da is was los! Da musst du hin!“ – so hiess es. So buchten wir auch die Tour von Jogja nach Denpasar +Zwischenstopp auf dem Mount Bromo. Ansich ein guter Plan, wenn nicht Kuta waere …

Ich verstehe es nicht so ganz, dass Bali (vor allem auch Kuta!!!) in gleichem Atemzuge mit den Malediven, Bahamas und was weiss ich nicht alles genannt wird, wenn es um Traumdestinationen dieser Welt geht. Vor allem Kuta ist unserer Meinung nach alles andere als eine Traumdestination dieser Welt! Kuta, eine boomende indonesische Stadt, vollkommen in der Hand des Tourismus. Neben Dolce & Gabanna, Gucci und Prada dominieren hier die „Surfer-Brands“. In aehnlich luxurioes ausgestatteten Filialen wird hier alles angeboten, was das westliche Surferherz hoeher schlagen laesst. Und Surfen wird hier in Kuta allemal gross geschrieben. Naja, was heisst hier eigentlich surfen?! … es reicht eigentlich, wenn man ein Brett unter dem Arm traegt um „cool“ zu sein.
Dennoch: Die Wellen am Kutabeach sind ohne Zweifel perfekt zum Wellenreiten. So tummeln sich in den Wellen des Kutabeach sowohl Anfaenger, als auch Fortgeschrittene … seltener mal ein Star der Szene. Aber sind wir nicht alle Surfer? „Aber klar doch!“ – Solange wir eine ueberlange Surfershorts auf halb acht haengen haben, blondierte, lange Haare unser eigen nennen koennen, eine verpilzte Cap in 120 Grad nach hinten aufsetzen und in der einen Hand das Board und in der anderen ein Bier halten koennen, dann haben wir die Aufnahmepruefung schon fast geschafft!

Aber Moment, da fehlen doch noch die „Surfer Chicks“ … Um in Kuta (Leute, ich denke mir das wirklich nicht aus) auch die letzten Klischees zu bedienen, muessen wir ja noch die Blondchen vom Grill (Strand) holen! Entweder bringt man dem Maedel seiner Wahl (die ueblichen Stereotypen bevorzugt) das Surfen bei, oder graebt sie direkt auf einer der unzaehligen, naechtlichen Parties an. Denn dafuer steht Kuta auch mit seinem Namen: Das „exzellente“ Nachtleben.
Die „Clubs“ sehen allesamt wirklich schick aus – keine Frage. Allerdings haben diese Geldmaschinen leider nicht viel zu bieten. Gross angepriesene Djs der elektronischen Musik, entpuppen sich allzuoft als Mogelpackung aus Uebersee und daempfen mit schlechtem Taktgefuehl die Partylaune. Aber wahrscheinlich waren wir einfach nicht betrunken genug … Kommt man zu guter letzt doch noch in Stimmung (was man nicht alles tut, um wirklich neutral berichten zu koennen :D), so macht der Laden auch schon wieder zu – Ab 3.00h ist hier meistens schon zappe!

Fazit
Eine Surferstadt ohne Gleichen, leider auch mit all ihren Klischees. Ein sehr sehr junges Publikum, viel Alkohol, viel Verkehr in den engen Gassen, penetrant wirkende Taxifahrer und Souvenirverkaeufer, die einem echt schon leid tun koennen … Das ist Kuta! Wer nicht ein absoluter hardcore Surfer ist und immer nach der besten Welle sucht, oder eben doch nur den primitiven Spass bevorzugt, der ist hier Kuta herzlich willkommen …
Bleibt nur noch eine Frage zu klaeren: Warum waren wir so lange dort? Ich glaube das schoene Hotel, der schoene Pool im Garten, die Bekanntschaften aus dem Bus aus Jogja und schlussendlich der Geburtstag von Marco sind daran schuld … Aber rechtfertigen muss man sich wirklich nicht – wir hatten einfach Spass. Eben auf unsere Art und Weise!
Ach ja, wer hier das Surfen lernen moechte, der sollte sich schon einmal auf rund 15 US Dollar fuer 2 Lernstunden einstellen :D

Sind wir schon da???

Von Jogjakarta nach Bali
Wer von Jogjakarta nach Bali mit dem Bus moechte, braucht Ausdauer, Sitzfleisch und gute Nerven … Gott sei Dank entschieden wir uns fuer die Variante mit Zwischenstopp beim Gunung Bromo, sonst waere der Gluteus maximus wohl vollends verkuemmert!
Um 9 Uhr morgens ging es los, per Minibus, und gefuehlte 100 Stunden, tatsaechliche 12 Stunden spaeter kamen wir ihm kuehlen Sukapura, etwa 20 min vom 2392 Meter hohen Bromo entfernt, an. Haetten wir nicht das Glueck gehabt uns den Minibus mit 5 lustigen und netten Menschen (3 Kanadier und ein deutsch-peruanisches Paerchen) teilen zu koennen, waere der Tag wohl vollends vetschwendete Zeit gewesen. Doch so haben wir ein paar netten Bekanntschaften geschlossen und eine gute Unterhaltung beim Abendessen gefuehrt, bevor wir alle ziemlich kaputt zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett gefallen sind …

Der Aufstieg
Doch schon 4 Stunden spaeter hat ein scheinbar Verrueckter mit seiner „lieblichen“ Stimme nach uns gerufen und wie bekloppt an alle Tueren gehaemmert! Erschrocken und verwirrt aus dem Schlaf gerissen ist uns wieder eingefallen, dass wir ja den Sonnenaufgang ueber der Vulkanlandschaft sehen wollten. Warum auch immer … Das Bett war gerade so bequem … Wenigstens wurden wir mit einem Jeep zur Aussichtsplattform chauffiert, denn laufen waere um diese Uhrzeit einfach absolut unmoeglich gewesen.
Oben angekommen wurde uns bewusst, dass wir wohl den unguenstigsten Tag fuer diesen Ausflug ausgesucht hatten: Sonntag! Hunderte von Indonesiern beim Wochenendfamilienausflug hatten bereits die besten Plaetze ergattert, was uns die Sicht „etwas“ erschwerte. Doch da wir als Touristen fuer sie teilweise interessanter zu sein schienen als der Sonnenaufgang, konnte der Eine einen Platz in erster Reihe ergattern, waehrend der Andere sich als Attraktion fotografieren liess.

Der Sonnenaufgang selbst war ehrlich gesagt auch garnicht so spannend. Viel beeindruckender war die fast unwirkliche, mondaehnliche Kraterlandschaft, in der sich der dampfende Mount Bromo und der rauchspuckende Mount Semeru mit aufgehender Sonne immer deutlicher zeigten.
Was von weitem schon faszinierend aussah, sollten wir als naechstes aus naechster Naehe betrachten koennen. Ueber den staubigen „Sand Sea“ ging es per Jeep sozusagen direkt vor die Haustuer des Vulkans, wo bereits zig Javanesen mit Pferden auf uns warteten, wenn nicht sogar direkt auf den Jeep aufsprangen, um der ersten zu sein, der uns den Weg nach oben erleichtert – und das fuer nur einige 1000 Rupies. Aber da wir ja jung und vital sind (dachten wir zumindest!) gingen wir natuerlich zu Fuss. Wer schon mal versucht hat am Strand zu joggen kann sich vielleicht in etwa vorstellen, wie sich das in einem „Sand Sea“ anfuehlt. Und dazu noch bergauf!!! Auch die Entfernung stellte sich als nicht ganz so kurz herraus, wie sie aussah. Ohne jeglichen Anhaltspunkt, sei es ein Baum oder ein Haus, verliert man jegliches Gefuehl fuer Raum und Zeit. Nach weiteren 300 Stufen konnten wir dann endlich einen Blick in den Krater werfen und die Muehe hatte sich gelohnt!

Ab nach Bali
Nach kurzer Verschnaufpause im Hotel und einem Fruehstueck, ging es auch schon direkt weiter Richtung Bali. Erneute 100 gefuehlte Stunden spaeter hatten wir die Faehre erreicht. Was haette ich nur dafuer gegeben weitere 100 Stunden Bus zu fahren, nachdem ich gesehen habe, wie sich die Faehre vor uns durch die meterhohen Wellen gekaempft hat (wahnsinn, was fuer eine Schraeglage eine Autofaehre haben kann)! Wir konnten uns also auf ein schaukeliges naechstes Stuendchen einstellen … Wie froh war ich als wir wieder Land unter den Fuessen hatten! jetzt waren wir zwar auf Bali, aber noch lange nicht da. Es folgte eine weitere, ewige Busfahrt bis Denpaser. Von dort aus eine zusaetzliche Taxifahrt bis Kuta. Dort verbrachten wir nochmal etwa eine Stunde damit ein Zimmer zu suchen!
Aber auch diese Huerde nahmen wir, die bereits erprobten Traveller („hust!“) ohne Probleme … Ok, dieses Mal dauerte die Hotelsuche ein wenig laenger und ziemlich genervt sind wir in ein Hotel leicht oberhalb unseres Budgets gelandet (die superguenstigen Absteigen, waren leider alle schon voll) – dafuer haben wir ein Hotelpool (in dem sich schon mittags die besoffenen Englaender tummeln) und Roomservice (der taeglich stetig frisch, Bettwaesche und Handtuecher mit Flecken bringt)!