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Hoehlenforschen Part 2

Wind Cave und Clearwater Cave
Recht frueh gings ins Bett, um frueh am naechsten Morgen zur zweiten Hoehlenexpedition durchzustarten. Wir teilten uns einen Dorm mit ca. 12 Maedels aus KL (Hilfe, Geschnatter ohne Ende!!!), die hier im Gunung Mulu einen Schulausflug machten. Aber es war irgendwie auch interessant die Maedels mal ohne Kopftuch zu sehen … Nur 3 Maedels waren ein wenig hardcore drauf und beteten in einem extra dazu angezogenen Dress – und das fast jedes Mal, wenn wir sie im Dorm sahen! Mich wundert es immer noch, dass sie mich als einzigen Mann wohl vollends ignorierten … Aber egal, kommen wir zum Eigentlichen:

Zur Hoehle
Nach einem schoenen Fruehstueck ging es vom Headquarter erst einmal mit einem Boot durch den Dschungel. Allein schon diese 30 minuetige Fahrt war schon die Ringit fuer die Tour wert. So sahen wir den Urwald einmal aus einer gaaaanz anderen Perspektive. Wir schlaengelten uns durch Stromschnellen, vorbei an umgestuerzten Baeumen durch immer wieder andere Vegetation. Ein kleiner Zwischenstopp in einem Urwalddoerfchen lies uns einen Blick auf eines der bekannten Longhouses werfen … Einfach idyllisch.

Wind Cave
Unseren Guide trafen wir direkt am Hoehleneingang der Wind Cave und er fuehrte uns in das Innere und versorgte uns wie gewohnt mit wertvollen Informationen. Tief im Inneren bemerkten wir den Windzug, der der Hoehle ihren Namen gab. Durch Luft und Temperaturunterschiede zwischen dem Hoehleninneren und der Umgebung draussen ergibt sich ein Luftzug … Dies liegt auch daran, dass es eine zweite Oeffnung in einer der Kammern gibt. So blickt man an einer Stelle an die Decke und sieht Baumkronen des Urwaldes.
Nach einiger Zeit standen wir jedoch im Dunklen! Stromausfall! Nix ging mehr … Aber alles halb so wild: Taschenlampe an (nur 3 Leute in unsere Gruppe hatten keine Lampe mit), und weiter!

Clearwater Cave
Nach 200 Treppenstufen erreichten wir den Einstieg in die Hoehle! PUH! Auch hier hatten wir bei der Erkundung mit Stromausfaellen zu kaempfen und erforschten die Hoehle nur mit unseren eigenen Lampen. Das Besondere an dieser Hoehle ist, dass sie durch einen Fluss entstand. Fragt mich bitte nicht nach Details, es wuerde den Rahmen sprengen, aber diese Hoehle bietet zusammen mit der Windcave (sie sind miteinander verbunden) den Einstieg in das weltlaengste Hoehlensystem von ueber 120km Laenge (oder so)!!!
Noch heute fliesst ein Fluss – allerdings ein wenig kleiner als wohl vor zigtausend Jahren – durch die Hoehle und tritt unterirdisch nach aussen. Laut eines alten Glaubens der Orang Asli, soll das Wasser der Clearwater Cave fuer immer jung halten, wenn man es sich in das Gesicht spritzt … Ihr koennt euch vorstellen, dass es extra einen Steg innerhalb der Hoehle zum Wasser gibt und jeder Touri voll besessen ins Wasser huepft … Naja, wir huepften mit :)
Wieder an der Erdoberflaeche angekommen, konnte man noch ein Bad im kristallklaren Fluss nehmen … Mit offenem Mund beneideten wir die Leute, die einfach reinhuepften oder etwas zum schwimmen mitgenommen hatten. Wir hingegen schwitzten froehlich weiter und fuhren schon bald mit dem Boot wieder zurueck.

Fazit
Wer denkt, dass eine Hoehle der anderen gleicht, der wird hier in Mulu eines besseren belehrt! Auch wenn diese Hoehlen so dicht beieinander liegen, ist doch jede fuer sich einzigartig. Wieder einmal ein Lob an die Guides und die gute Organisation des Aufluges… Auch die Beschilderung in den einzelnen Hoehlen ist spitze und muss hier mal erwaehnt werden.

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Impressionen

Bilder der letzten Tage
Entstanden sind die Bilder auf zwei Dschungelwanderungen. Auch wenn man auf den Fotos meist nur „gruen“ sieht, hoffen wir, dass sie euch ein wenig den Eindruck vermitteln koennen, wie es in den hiesigen Waeldern aussieht.

Wie Haensel und Gretel, nur ohne Kruemel…

Auf eigene Faust!
Der vielen Tourangebote zum Trotz entschieden wir uns ersteinmal auf eigene Faust loszuziehen und einen der „ausgeschilderten“ „Junglewalks“ auszuprobieren. Nachdem wir uns im Guesthouse informiert hatten, fiel die Wahl auf Path 10, da dieser eine schoene Aussicht vom Gipfel verspricht. Motiviert und zielstrebig zogen wir los, allerdings erst einmal in die falsche Richtung … Diese Einstiege zu finden ist gar nicht so einfach!

Path 10
Als wir es dann endlich geschafft hatten, auf den richtigen Weg zu gelangen, holte uns ploetzlich ein lustiger Englaender ein, der im selben Guesthouse wohnte wie wir. Nach kurzem Plausch kletterte er mit einem Affenzahn den Huegel hoch und ward nicht mehr gesehen … Als wir zwei Untrainierten dann auch endlich oben ankamen, genossen wir erst einmal die schoene Aussicht, die interessante Vegetation und die gute Luft. Wir wunderten uns, dass der Englaender wohl kein Interesse daran fand, denn von ihm war weit und breit keine Spur … Genauso wie von Path 10. Sollte da nicht ein Schild sein? Etwas verwirrt standen wir da, was gluecklicherweise ein Tourguide bemerkte, der kurz nach uns mit einer Gruppe die Kuppe des Berges erreichte. Hinter dem Strommast, ueber eine kleine Anhoehe, quer durch ein Feld und zwischen einigen Bueschen hindurch zeigte er uns den weiteren Weg (der dann uebrigens ploetzlich Path 12 hiess …) Der Englaender hatte wohl nicht das Glueck einen solchen Tourguide zu treffen, denn nach kurzer Zeit holte er uns erneut von hinten ein. Er hatte sich verlaufen … Soviel zu den „ausgeschilderten“ Wegen. Sicherheitshalber gingen wir den restlichen Weg zu dritt.

Am Fusse des Berges angelangt, durchquerten wir ein Orang Asli Dorf ( Orang ist das malaische Wort für „Mensch“; „Asli“ bedeutet „zuerst“, „ursprünglich“; also sozusagen die Ureinwohner Malaysias). Von ihnen stammen auch die Wanderwege, wie wir spaeter erfuhren. Deshalb faellt die Beschilderung eher duerftig aus, denn die Orang Asli finden sich in „ihren“ Waeldern blind zurecht.

Kaum auf der asphaltierten Landstrasse zurueck Richtung Stadt angelangt, fing es auch schon an zu regnen. Wir besitzen nur EINEN Regenponcho, also was tun? Zu zweit drunter! Das Ding ist ja schliesslich gross genug! Hat mehr schlecht als recht funktioniert … Gluecklicherweise passierte uns ein Van unseres Guesthouses, der so nett war, uns nach Hause ins Trockene zu chauffieren. Unsere fuer den folgenden Tag geplante gefuehrte (!) Tour zu den Teeplantagen, mussten wir dann trotz Allem verschieben, denn die Schuhe trieften nur so … Aber das holen wir nach!