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Ubudwanderung.

Wandern gehen
Auch im nahem Umfeld Ubuds gibt es eine Menge zu entdecken. Am besten bei einer Wanderung! Die Landschaft laedt dazu ein immer weiter und weiter zu laufen … Auch wir wurden von der Landschaft in den Bann gezogen. Recht schnell kann so aus einem geplanten 1-Stunden-Spaziergang eine 4-Stunden-Wanderung werden :)
Die ausgeschilderten Wanderwege – ja, es gibt hier tatsaechlich „richtige“ Wanderwege – machen es einem wirklich einfach sich in den Reisfeldern oder umliegenden Bauerndoerfern zu verlieren … Ja, das war dann das etwas andere Ubud … Wie immer in der Mittagssonne :)

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Einmal quer durch Bali.

UBUD
In den letzten Tagen waren wir wirklich nicht untaetig – auch wenn wir uns nicht meldeten, waren wir auf trab. Wir besuchten unter anderem die kulturelle Hochburg Balis. Ubud, ein kleines Staedtchen, gepraegt durch traditionelle Kunst und einer Menge Galerien. Aber das eigentlich Highlight war das Umland mit seinen unzaehligen Reisfeldern und kleinen Minidorfgemeinschaften.

AMED
Und dann war da noch Amed, eine Region im Nordosten Balis, gepraegt durch Ackerbau und Fischerei. Voellig abgeschieden von moderner Kommunikation genossen wir dort das “ etwas andere“ Leben Indonesiens – fernab vom Laerm der Motorroller und Strandverkaeufer. Touristen gab es hier kaum, dafuer aber umso mehr Sterne am klaren, naechtlichen Himmel (Im Ernst, in meinem Leben habe ich noch nie einen so schoenen Sternenhimmel bei Neumond gesehen).

Wie die Hoehlenforscher

Lang Cave und Deer Cave
Die Tour zu den beiden Hoehlen startete vom Headquarter aus. Dort trafen wir unseren Guide, der unsere Gruppe (die zu diesem Zeitpunkt aus ca. 17 Leuten bestand) zu den Hoehlen fuehren sollte. Die Wanderung dauerte etwa eine Stunde und fuehrte uns auf Holzplanken durch den dichten und unangetasteten Dschungel. Oftmals stoppten wir fuer „Wildlife-Entdeckungen“, die unser Guide machte … Da war eine Schnecke hier, eine Raupe dort, ein Kaefer da, oder ein anderes Insekt an einer anderen Stelle – alles in allem sehr informativ.

An den Hoehlen angekommen, machten wir uns zunaechst auf den Weg in die Lang Cave. Eine wirklich schoene Tropfsteinhoehle mit recht grossen Kammern. Fast 300m liefen wir auf gut praeparierten Wegen in das Innere und genossen das angenehm kuehle Klima der Hoehle.
Es sollte jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack fuer die Deer Cave sein – der weltgroesste Hoehlendurchgang.

An der Deer Cave angekommen kamen wir aus dem staunen einfach nicht mehr heraus! Eine riesige Eingangshalle tat sich direkt hinter den Baeumen auf und gab den Einblick in das Hoehlensystem frei. Wir konnten es kaum erwarten die Hoehle zu betreten …
Im Inneren erst einmal angekommen verlor man jegliches Gefuehl von Raum und Zeit. Die Eingangshalle ist locker ueber 50 Meter hoch und so geraeumig, dass man locker zwei Jumbos dort reinstellen haette koennen. Einfach Wahnsinn. Je tiefer man in die Hoehle vordring, desto staerker wurde der Guano-Gestank. Ueberall Fledermausmist, der uns wie auf rohen Eiern laufen lies. Und vor allem ueberall Fledermaeuse… Man konnte die dunklen Flaechen an der Decke erahnen, aber es waren angeblich alles Fledermaeuse – dichtgedraengt hingen sie nebeneinander. Und davon eine Menge: Rund 3 Mio. Fledermaeuse leben hier in dieser einen Hoehle!

Ausflug der Fledermaeuse
Die Rundtour in der Deer Cave brachte uns wieder an das Tageslicht und zu einem Beobachtungsposten, von dem man das „Ausfliegen“ der Fledermaeuse beobachten kann. Nach etwa 30 Minuten machten sich auch schon die ersten Flugsaeuger auf den weg: In grossen Schwaermen zu ca. 10.000 Stck. flogen die Fledermaeuse aus der Hoehle. Es sah aus wie eine riesige Schlange die sich durch den Himmel bewegt …
Die Guides versorgten uns waehrend des Spektakels mit Informationen zu Fledermaeusen, deren Rolle im Oekosystem und ihrem speziellen Verhalten hier in den Hoehlen. Mit Infrarotkameras konnten einzelne Exemplare in der Hoehle erfasst werden und den Zuschauern auf grossen LCD Monitoren gezeigt werden. Wirklich sehr informativ … Vor allem merkte man, dass die Guides wirklich Spass an ihrem Job haben :)

Fazit
Ein absoluter Pflichtbesuch fuer Besucher von Borneo! Faehige Guides, tolle, einzigartige Naturschauspiele und eine Geologie, die wohl wirklich einzigartig ist auf der Welt.

Rumble in the Jungle!

Bako National Park
Der Tag fing eigentlich nicht sehr ideal fuer einen Dschungelausflug an: Es schuettete aus allen Kuebeln. Dabei sind wir doch extra frueh raus, um noch die morgendliche Frische zu geniessen und einer der ersten Busse zum Bako Nationalpark zu erwischen. Naja, das Wetter kann man leider nicht immer beeinflussen, da hilft auch kein ums Feuer huepfen und Formelbeschwoeren… Dennoch ging es rund eine Stunde spaeter los. Der Regen hatte sich gelegt und die Sonne kam ab und an raus und zeigte was sie kann :)

Ab nach Bako
Mit 2 Amis, eigentlich zwei Neuseelaender, teils aus Suedafrika mit Wurzeln in Indien und ach was weiss ich nicht alles. … ging es mit dem Bus zum Nationalpark. Dort angekommen ging es mit einem Boot weiter zum Headquarter des entlegenen Parks. Dort sammelten wir erste Infos zum Park und starteten unseren Trek – Ein Rundpfad, der alle erdenklichen Dschungelarten Borneos beinhalten sollte.
Und so war es auch, 4 Dschungelarten waren selbst fuer uns absolut nachvollziehbar: Mangroven (mit Krodolien, die sich nicht blicken lassen haben), Palmen-Dschungel am Hang des Berges, trockenes Hinterland und dichter Urwald mit Lianen und vielen Moosen …
Der Dschungelrundweg ist „NUR“ 5,7 km lang, wird aber mit rund 4 Stunden veranschlagt. Ach, das schaffen wir doch schneller, dachten wir … Ha ha, falsch gedacht! Es ging steile Stufen und Wurzeln bergauf, dann ein Stueckchen gerade, wieder herunter, hoch, dann quer, hier durch nen paar Felsspalten und dann ueber nen Bach … Es kam uns ewig vor! Allerdings verging die Zeit auch wie im Fluge. Auch wenn wir schon so manches Dschungelabenteuer hinter uns haben, hier erlebten wir so viel Neues, dass es schwer fiel nicht an jeder Ecke wieder stehenzubleiben, um die neuen Eindruecke zu verarbeiten!

Fazit
Wer einen Tagesausflug (frueh Ankommen empfielt sich!) in den Bako Nationalpark plant, der sollte sich diesen Rundweg, namens Lintang wirklich mal genauer anschauen. Hier wird einem eine Menge geboten. Nicht nur von der Vegetation her, sondern auch (mit viel Glueck) von Seiten der tropischen Fauna. Wahrscheinlich haben wir eine Horde von diesen sehr seltenen Nasenaffen gesehen … Aber da wir beide keine Biologen sind, tappen wir wohl weiterhin im dunklen :)
Auch dieser Park bietet Uebernachtungsmoeglichkeiten an – Fuer die, die wirklich nicht genug bekommen koennen. Fuer uns aber, war der Lintang Rundweg genau richtig!

Wie Haensel und Gretel, aber diesmal mit Tourguide.

Path 9
Nach unserer Path 10-Odyssee wollten wir diesmal eine einfache Wanderung machen (stundenlang nur bergab!!!), doch ganz so „very easy“, wie man uns im Guesthouse versicherte, war Path 9 dann doch nicht … Auf teilweise nicht mal einem halben Meter breiten, rutschigen Wegen, ging es wenige Zentimeter neben unseren Fuessen mehrere Meter in die Tiefe. Viele umgestuerzte Baeume versperrten den Weg, sodass man manchmal klettern oder gar kriechen musste. Das Anstrengste an diesem Pfad war also weniger das Laufen, sondern mehr die andauernde Konzentration, nicht ins Leere zu treten… Einige Male trafen wir auf die vermeintlich gleiche Kurve und man haette fast anfangen koennen an seinem Verstand oder Orientierungssinn zu zweifeln. 5-6 Wegabschnitte sahen tatsaechlich fast identisch aus: Rechtskurve, kleiner Wasserfall zur Linken, zwei Bananenpalmen zur Rechten.
Trotz allem ein schoener, urspruenglicher Pfad auf dem es viel zu sehen und zu entdecken gibt (Wasserfaelle, viele viele Tiere/Insekten, die unterschiedlichsten und schoensten Pflanzen und schlussendlich Felder der Gemuesebauern). Vor allem, wenn man die Augen aufhaelt und nicht versucht einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen, was der ein oder andere Wanderer wohl im Sinn gehabt haben muss, der uns schnaufend und mit hochrotem Kopf ueberholt hat.
Dadurch, dass man auf dem gesamten Pfad nur bergab laeuft und sich immer weiter von Tanah Rata entfernt, kommt spaetestens am Ende des Pfades die Frage auf, wie man nun wieder zurueck in die Stadt kommt! Es gibt zwei Optionen: Ewig auf einen Bus warten (keine Fahrplaene, man kann durchaus mal 3 Stunden warten), oder 10km Serpentinenstrasse BERGAUF laufen… Beides keine sehr guten Optionen! Am besten man schaut so bloed und bemitleidenswert aus der Waesche, dass man von einem Gemuesebauern in seinem Landrover (Jahrgang 1940) mit einem Geschwindigkeitsrekord bis nach Tanah Rata mitgenommen wird!

Bob und Kumar
So hiessen unsere zwei lustigen Tourguides von, die uns einen halben Tag lang auf interessante Art und Weise die Cameron Highlands naeher gebracht haben. Und diese Investition hat sich wirklich gelohnt!!

Zuerst ging es zur BOH Teeplantage, wo sich uns das Panorama bot, welches man als typisches Postkartenmotiv aus den Cameron Highlands kennt: Kilometerweit nichts ausser die von Teestraeuchern bedeckten Berge. Auf insgesamt 1200 Hektar wird hier Tee geerntet, woraus im Jahr 4 mio (!) Kilogramm Tee entstehen. Sieht nicht nur toll aus, man kann hier auch sehr viel ueber Tee und seine Herstellung erfahren ( Wer sich dafuer interessiert: BOH).

Danach wurden wir zum hoechsten Berg der Highlands chauffiert, dem Mount Brinchang (auch mal ganz angenehm fuer unsere Muskelkater geplagten Beine ;D ). Nur leider leider konnten wir nichts ausser der dicken Wolke um uns herum erkennen! Aber gut, wann steckt man schon mal mit dem Kopf in einer Wolke …

Im Anschluss fuhren wir zum Mossy Forest, dem „Moos-Wald“, der sich auf einer Hoehe zwischen 1400 und 1800 Meter befindet und einfach nur maerchenhaft aussieht (wer „Herr der Ringe“ gesehen hat, kann sich ungefaehr vorstellen wie). Bob und Kumar haben uns die Funktion des Waldes, sowie einiger Pflanzen und Kraeuter erklaert (vor allem des Moses, dass wohl das Wasser aus der Luft saugt und an das Erdreich abgibt), deren Namen ich leider fast alle wieder vergessen habe, aber ich weiss zumindest wie sie aussehen und was sie koennen :)

Zum Abschluss haben wir die Tee Fabrik besichtigt und vor Ort auf der schoenen Terrasse ueber den Plantagen einen Tee genossen.

Fazit
Die Tour ist zu 100% zu empfehlen und die netten Jungs von den Cameron Secrets machten uns den Tag zu einem schoenen Erlebnis hier in den Highlands!

Impressionen

Bilder der letzten Tage
Entstanden sind die Bilder auf zwei Dschungelwanderungen. Auch wenn man auf den Fotos meist nur „gruen“ sieht, hoffen wir, dass sie euch ein wenig den Eindruck vermitteln koennen, wie es in den hiesigen Waeldern aussieht.

Wie Haensel und Gretel, nur ohne Kruemel…

Auf eigene Faust!
Der vielen Tourangebote zum Trotz entschieden wir uns ersteinmal auf eigene Faust loszuziehen und einen der „ausgeschilderten“ „Junglewalks“ auszuprobieren. Nachdem wir uns im Guesthouse informiert hatten, fiel die Wahl auf Path 10, da dieser eine schoene Aussicht vom Gipfel verspricht. Motiviert und zielstrebig zogen wir los, allerdings erst einmal in die falsche Richtung … Diese Einstiege zu finden ist gar nicht so einfach!

Path 10
Als wir es dann endlich geschafft hatten, auf den richtigen Weg zu gelangen, holte uns ploetzlich ein lustiger Englaender ein, der im selben Guesthouse wohnte wie wir. Nach kurzem Plausch kletterte er mit einem Affenzahn den Huegel hoch und ward nicht mehr gesehen … Als wir zwei Untrainierten dann auch endlich oben ankamen, genossen wir erst einmal die schoene Aussicht, die interessante Vegetation und die gute Luft. Wir wunderten uns, dass der Englaender wohl kein Interesse daran fand, denn von ihm war weit und breit keine Spur … Genauso wie von Path 10. Sollte da nicht ein Schild sein? Etwas verwirrt standen wir da, was gluecklicherweise ein Tourguide bemerkte, der kurz nach uns mit einer Gruppe die Kuppe des Berges erreichte. Hinter dem Strommast, ueber eine kleine Anhoehe, quer durch ein Feld und zwischen einigen Bueschen hindurch zeigte er uns den weiteren Weg (der dann uebrigens ploetzlich Path 12 hiess …) Der Englaender hatte wohl nicht das Glueck einen solchen Tourguide zu treffen, denn nach kurzer Zeit holte er uns erneut von hinten ein. Er hatte sich verlaufen … Soviel zu den „ausgeschilderten“ Wegen. Sicherheitshalber gingen wir den restlichen Weg zu dritt.

Am Fusse des Berges angelangt, durchquerten wir ein Orang Asli Dorf ( Orang ist das malaische Wort für „Mensch“; „Asli“ bedeutet „zuerst“, „ursprünglich“; also sozusagen die Ureinwohner Malaysias). Von ihnen stammen auch die Wanderwege, wie wir spaeter erfuhren. Deshalb faellt die Beschilderung eher duerftig aus, denn die Orang Asli finden sich in „ihren“ Waeldern blind zurecht.

Kaum auf der asphaltierten Landstrasse zurueck Richtung Stadt angelangt, fing es auch schon an zu regnen. Wir besitzen nur EINEN Regenponcho, also was tun? Zu zweit drunter! Das Ding ist ja schliesslich gross genug! Hat mehr schlecht als recht funktioniert … Gluecklicherweise passierte uns ein Van unseres Guesthouses, der so nett war, uns nach Hause ins Trockene zu chauffieren. Unsere fuer den folgenden Tag geplante gefuehrte (!) Tour zu den Teeplantagen, mussten wir dann trotz Allem verschieben, denn die Schuhe trieften nur so … Aber das holen wir nach!