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Und wo sind die Tiger?

Dschungelkinder: Part X…
Kaum aus den Cameron Highlands entflohen – und auf den Perhentians relaxed – zog es uns magisch in den Taman Negara Nationalpark. Hier sollten wir den aeltesten Regenwald der Welt bestaunen duerfen und die Moeglichkeit haben ueber Haengebruecken in rund 40m Hoehe umherspazieren zu koennen… Also Grund genug fuer uns „Moskito Islands“ (Perhentians) zu verlassen, um uns dem „Leech Paradise“ (Taman Negara) zu widmen!
Schlau wie wir sind, buchten wir noch vor dem Betreten der Inseln ein Open-Day Ticket nach Taman Negara, und so sollte die Ueberfahrt sehr stressfrei und simpel ablaufen… Es fing auch alles sehr gediegen an, wenn dort nicht die unverhersehbaren Komplikationen (andere Touristen!!!) alle Plaene in Schutt und Asche legen wuerden. Ein Beispiel: Nach derm Verlassen der Insel mit dem Boot, geht es mit einem Bus weiter. An einer zentralen Stelle – ein Ort irgendwo im Niergendwo – wird zum Mittag halt gemacht und die Leute, entsprechend ihreres Reisezieles auf kleinere Minibusse verteilt. Hierbei wird auch das GEPAECK mit verladen und umgeladen… Warum zum Teufel kommen einige Leute erst nach 5 Stunden Weiterfahrt, mitten auf der Autobahn auf die Idee nach ihren Taschen zu suchen?! Ein weiteres Beispiel waeren die aufgetakelten Maedels, denen erst nach dem Verlassen der Stadt einfaellt, dass es im Dschungel keinen Geldautomaten gibt!!! Natuerlich mussten wir umkehren, um einen passenden Automaten zu suchen (schliesslich haben die Damen nur KREDITKARTEN dabei!!!). Sitzt man dann noch neben einer laut mosernden Australierin, die sich ununterbrochen ueber die Ueberlaenge der Fahrt beschwert, ist man wirklich froh, nach 10 Stunden (geplant waren 6 Stunden) die Ruhe des Dschungels erreicht zu haben… waere da nicht die nervige Katze, die uns bis in die Nacht hinein wach hielt… um dann morgends vom Muezin der benachbarten Moschee geweckt zu werden :)

Die Mutprobe
Trotz allem: Der Taman Negara Nationalpark und das Oertchen Kuala Tahan, in dem wir uns einquartierten, waren wirklich schoen! Und vor allem hatten wir ein super Wetter… keinen Tropfen Regen, solange wir im Wald unterwegs waren – und es ist immerhin der aelteste Regenwald der Welt :)
Leider waren nur zwei volle Tage fuer Aktivitaeten eingeplant, so dass wir gleich am ersten Tag den sog. Canopy Walk in Angriff nahmen. Nach etwa 45 Minuten Dschungeldurchquerung erreichten wir den Anfangspunkt des Canopy Walk und stiegen in die Baumwipfel auf… denn ueber durchaus sehr wackeligen Haengebruecken geht es von Baumplattform zu Baumplattform. Im Nichts haengend, erlebt man so den Regenwald auf ganz andere Art und Weise und stellt schnell fest, dass in dieser luftigen Hoehe eine ganz andere Vegetation als in Bodennaehe vorhanden zu sein scheint… und, dass 40m verdammt hoch sein koennen!!! So wackelten und schaukelten wir weiter bis zum Abstieg aus den Baeumen und wanderten langsam zurueck nach Kuala Tahan.

Nacht Safari
Ein weiteres Highlight sollte die Nacht Safari werden. In einem Pickup ging es in eine nahegelegene Palmenplantage (keine Ahnung, was da fuer komische Fruechte angebaut wurden – Kokosnuesse waren es jedenfalls nicht!), die sich prima fuer das Sichten von seltenen Tieren eignen sollte… Die 2 stuendige Fahrt durch die dunkle Nacht, mit dem funkelnden Sternenhimmel war wirklich schoen – zu sehen gab es jedoch kaum etwas! Aber so ist das nunmal mit der wilden Natur; man kann eben nicht alles auf Bestellung haben! Leider verstanden das nicht die verwohnten Englaender der Nintendogeneration, die sich lautstark ueber die Safari beschwerten! Ich weiss nicht, was sie erwartet haben, aber vorab informiert scheinen sie sich nicht gehabt zu haben… „Wir dachten, wir koennten Tiger sehen!“ – Klar, die Viecher pennen fast 20 Stunden am Tag, und da rennt uns in einer Plantage einer der rund 700 noch lebenden malayischen Tiger ueber den Weg! … „Und wir wollten doch Affen sehen!“ – Hallo?! TAGaktive Lebewesen? … „Und warum fahren wir nicht durch den Dschungel?“ – Nun ja, deine Freundin heult ja schon fast, wenn wir einen Busch streifen. Und wir sind auf einer STRASSE in einer geordneten Plantage! Und ausserdem; Was passt hier nicht zusammen: Nationalpark, Naturschutz, verdammt dichter Dschungel, AUTO (?!)
Man man man, waeren die doch in ihrem Ferienresort ein Thailand geblieben und haetten ihre Tiger im „Tiger Temple“ bewundert :D Aber zum Glueck gehoert die deutsche Sprache, hier in Malaysia zu einer selten gesprochenen Sprache, so dass wir uns auch so koestlich amuesieren konnte!

Am folgenden Tag wurde der Dschungel wieder auf eigene Faust erobert… Es ist aber auch einfach zu schoen, wenn man durch den Wald laeuft, den Geraeuschen lauscht und an einem schoenen Plaetzchen einfach die frische (und heisse, feuchtschwuele) Luft geniesst!

P.S.:Fuer den interessierten Hobbybiologen… Folgende Dschungelbewohner wurden in den 3 Tagen gesichtet: Wildschweine, 2 Schlangen, Makacken, Wald-Pfaue, Monitorlizards, Eichhoernchen, die besagten Nager, viele Fische im Fluss und unzaehlige Insekten…

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